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KOMMUNIKATION...

 

...  geschieht dort, wo sich ein Subjekt mit etwas oder jemandem außer sich in BEZIEHUNG setzt, um Unwägbares in annähernd Wägbares zu wandeln oder sich des bereits wägbar Gemachten zu versichern,  um sich als einzelnes mit dem Ganzen mehr oder minder bergend auszuballancieren und abzugleichen, um Einsamkeit teilend/liebend auf Gemeinsamkeit hin zu überwinden.

 Dabei geht es gesellschaftlich vor allem auch darum, HANDLUNGS- und VERHALTENSGEMEINSAMKEIT/-VEREINBARKEIT zu erreichen.

 

Mathematisch ausgedrückt, vollzieht sich Kommunikation als DIE ERZEUGUNG EINER Vorstellungen und Erwartungen klärenden SCHNITTMENGE aus dem, was sich beim Austausch von Äußerungen so TEILEN bzw. NICHT TEILEN läßt, daß Handlungsgemeinsamkeiten/ -vereinbarkeiten und deren Grenzen klar werden.

 

 

 

Dabei findet ein wechselseitiges  SENDEN, EMPFANGEN und PHANTASIEREN  von VORHANDENEM und GEWOLLTEM statt, namentlich zwischen Mensch und Mensch und Mensch und übriger Welt.

 

WAS WIR an Vorhandenem und Gewolltem mehr oder minder treffsicher phantasierend EMPFANGEN und SENDEN, HILFT uns, unsere wechselseitigen SINNESEINDRÜCKE MIT erinner- und modifizierbaren VORSTELLUNGEN zu VERKNÜPFEN und WAHRSCHEINLICHE RELATIONEN herzustellen, sprich:

unsere Sinneseindrücke in Wahrnehmungen, Anschauungen und Anschließbarkeiten im Fühlen, Denken und Handeln umzuformen.   Es ist für uns ´INFORMATION´, unser Empfinden, Fühlen, Denken und Tun gewinnt darüber für uns Gestalt/Bedeutung/Sinn.

 

 

 

Die VERKNÜPFUNG von Sinneseindruck und Vorstellung bzw. Relation erfolgt zwar nie ohne Austausch  mit der Umwelt, aber immer AUTOPOIETISCH (=selbstorganisatorisch) -  unter Nutzung vielfältiger so oder so angetroffener und vereinbarter Codes/Zeichensysteme/Sprachen:

d.h. kein Kommunikationspartner stellt  - selbst unter Verwendung des gleichen Codes in gemeinsamen Handlungskontexten -  die gleichen Verknüpfungen her wie sein(e) Gegenüber.  Jeder entwickelt seine Vorstellungswelt als sich selbst organisierendes System, dessen Operationen Wahrscheinlichkeitserwägungen folgen, die ein anderer nie in derselben Weise anstellen kann wie er selbst.

Mehr als MODELLE VON DEN VERKNÜPFUNGEN ANDERER vermag ein Kommunikationspartner nie zu gewinnen:

  Wenn ein anderer mit der gewünschten Anschlußkommunikation auf Äußerungen seines Kommunikationspartners antwortet, heißt das nicht, daß er das aufgrund der gleichen Verknüpfungen tut, auf die jener seinen Einwirkungsversuch gebaut hatte!  Es heißt nur, daß in der wechselseitig erzeugten Schnittmenge von Informationen RAUM entstand FÜR EIN STÜCK GEMEINSAMKEIT/VEREINBARKEIT IM folgenden (SPRACH-)HANDELN.

Jede Äußerung wie auch jede Aufnahme einer Äußerung arbeitet ausschließlich mit WAHRSCHEINLICHKEITEN

 

 

 KOMMUNIKATIVES VERSTEHEN

... geschieht, wo ein Austauschen oder Teilen von Informationen   - also von dem, was die Vorstellungswelt von Kommunikationspartnern differenzierend strukturiert -  SO gelingt, daß Kommunikationspartner A ein  MODELL des Vorstellungs- und Anschlußerwartungs-Systems, von dem aus B sich äußert und handelt, ENTWIRFT und es verbal wie aktional RÜCKMELDET, DAS B ALS HALBWEGS TREFFEND EMPFINDET (... und umgekehrt!)  auch ohne daß Anschauungen, Standpunkte, Wünsche... seitens der Beteiligten unbedingt als vereinbar erachtet werden.  

Kommunikatives Verstehen erfordert also immer ein abgleichend-auslotendes Phantasieren der Systemeigenschaften der Vorstellungswelt eines Gegenübers, in dem dieses Gegenüber bei Rückmeldung hinreichend viel eigenes wiederzufinden vermag.

 

Eigenschafts- und Zusammenhangs-Verstehen wäre demgegenüber das Ausloten von Anschlußmöglichkeiten, die ein Subjekt in den Relationen, auf die es stößt, entdeckt bzw. die es aus diesen für sich zu extrapolieren vermag  -  und zwar unter Einbeziehung all jener Relationen, die dieses Subjekt überhaupt in seinen Horizont gezogen und sich als u.U. dauerhaft signifikante Information zu eigen gemacht hat  -  im Einzelfall sogar unter Vernachlässigung jener aktuellen Äußerung eines anderen, die ggf. die Anregung für solche Extrapolationen abgegeben hatte.

 

 

 

KOMMUNIKATIVES NICHT-VERSTEHEN

... geschieht, wo keines der Modelle, das A entwirft und rückmeldet, für B einen Wiedererkennungswert gewinnt, weil A´s Phantasie dafür ungeeignete Wege geht.

 

Eigenschafts- und Zusammenhangs-Nicht-Verstehen wäre demgegenüber Ausfluß von extrem weiter oder enger Beliebigkeit im Umgang mit den jeweils relevanten Relationen...

 

MISS-VERSTEHEN

... geschieht, wo (aus welchem Anlaß immer) in den erfaßten und rückgemeldeten Modellentwürfen verschiedener Kommunikationspartner vom Äußerungshorizont ihres jeweiligen Gegenübers Elemente enthalten sind, die die übrige Wahrnehmung unverhältnismäßig beeinträchtigen.

 

 

 

KONFLIKT entsteht,

... wo Mißverständnisse unverstanden und/oder unausgeräumt bleiben, gar inszeniert werden.

...  wo Anschauungen, Standpunkte, Wünsche... zwar wechselseitig verstanden, aber als unvereinbar und u.U. wechselseitig nicht hinnehmbar erachtet werden.

 


 

KOMMUNIKATION 2

KOMMUNIKATIONSBEISPIELE

ANALYSEFRAGEN

ANALYSEbeispiel