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GOTTHOLD EPHRAIM LESSING 

(1729-1781)

 

/  DER RANGSTREIT DER TIERE

In vier Fabeln

 

1

 Es entstand ein hitziger Rangstreit unter den Tieren.  Ihn zu schlichten, sprach das Pferd, lasset uns den Menschen zu Rate ziehen;  er ist keiner von den streitenden Teilen und kann desto unparteiischer sein.

Aber hat er auch den Verstand dazu? Ließ sich ein Maulwurf hören.  Er braucht wirklich den allerfeinsten, unsere oft tieft versteckte Vollkommenheiten zu erkennen.

Das war sehr weislich erinnert, sprach der Hamster.

Ja wohl! Rief auch der Igel.  Ich glaube es nimmermehr, daß der Mensch Scharfsichtigkeit genug besitzet.

Schweigt ihr! Befahl das Pferd.  Wir wissen es schon:  wer sich auf die Güte seiner Sache am wenigsten zu verlassen hat, ist immer am fertigsten, die Einsicht seines Richters in Zweifel zu ziehen.

 

2

Der Mensch ward Richter.  -  Noch ein Wort, rief ihm der majestätische Löwe zu, bevor du den Ausspruch tust!  Nach welcher Regel, Mensch, willst du unseren Wert bestimmen?

Nach welcher Regel?  Nach dem Grade, ohne Zweifel, antwortete der Mensch, in welchem ihr mir mehr oder weniger nützlich seid.  -

Vortrefflich!  Versetzte der beleidigte Löwe.  Wie weit würde ich alsdenn unter dem Esel zu stehen kommen!  Du kannst unser Richter nicht sein, Mensch! Verlaß die Versammlung!

 

3

 Der Mensch entfernte sich.  -  Nun, sprach der höhnische Maulwurf   (und ihm stimmte der Hamster und der Igel wieder bei),  siehst du, Pferd?  Der Löwe meint es auch, daß der Mensch unser Richter nicht sein kann.  Der Löwe denkt wie wir.

Aber aus bessern Gründen als ihr! Sagte der Löwe, und warf ihnen einen verächtlichen Blick zu.

 

4

 Der Löwe fuhr weiter fort:  Der Rangstreit, wenn ich es recht überlege, ist ein nichtswürdiger Streit!  Haltet mich für den Vornehmsten oder für den Geringsten;  es gilt mir gleich viel.  Genug, ich kenne mich!  -  Und so ging er aus der Versammlung.

Ihm folgte der weise Elefant, der kühne Tiger, der ernsthafte Bär, der kluge Fuchs, das edle Pferd;  kurz, alle, die ihren Wert fühlten oder zu fühlen glaubten.

Die sich am letzten wegbegaben, und über die zerrissene Versammlung am meisten murrten, waren  -  der Affe und der Esel.

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.© schülerarbeit

Hinführung  -  Einstieg:

„Wie schön doch die Vielfalt ist“ – möchte man vielleicht sagen, wenn man an das Tierreich denkt.  Jedes Tier hat einen Namen, ein starkes Charaktermerkmal. Ein bestimmtes Aussehen und Verhalten.  Aber meistens sind es für den Menschen einfach nur Tiere.

Auch eine Gesellschaft kann so ein Eintopf von verschiedenen Typen und Wesen sein.  Und doch suchen in einer Gesellschaft alle ihren Rang.

Wie Tiere und Gesellschaft nun zusammen kommen?  -  In einer Fabel natürlich.

So spiegelt Gotthold Ephraim Lessing in seiner Geschichte von den Tieren ein wohl ernst zu nehmendes Thema:  „Der Rangstreit der Tiere“ heißt seine Fabel.

 

TEXTVORSTELLUNG:

Bei dem Text von Gotthold Ephraim Lessing handelt es sich also um eine Fabel.  Deren wohl auffälligste Eigenart ist die Aufteilung des Textes in vier Kapitel.  Diese sind lediglich mit Zahlen gekennzeichnet.  Man findet viel gesprochenen Text, der aber nicht als solcher gekennzeichnet ist.  Für einen Text aus dem 18. Jhd. ist die Sprache im Sinne von Satzbau oder Wortwahl nicht sehr befremdlich, sondern eher zeitlos.

Die Fabel ist ansonsten recht kurz, wird aus einer alles überschauenden Perspektive erzählt und trägt sonst einige Merkmale einer Kurzgeschichte.  Das heißt, daß die Geschichte keinen ausgedehnten Einstieg findet,, sondern direkt die Problematik nennt und am Schluß ohne weitere Erklärungen abbricht.

In dieser Fabel wird als Problematik ein Gesellschaftskonflikt aufgeführt, ein Rangstreit, der durch ein außenstehendes Wesen geklärt werden soll.  So wird in dem ersten Abschnitt der Rangstreit erst einmal genannt.  Die Tiere argumentieren dann für und gegen die Idee, einen Menschen ihre Probleme lösen zu lassen.   Im zweiten Abschnitt soll der Mensch dann doch richten, wird aber verscheucht, da er die Tiere nach seinen Maßstäben beurteilen will.  Der Mensch geht, und die Tiere streiten sich im dritten Teil.  Und im vierten Teil verlassen sie die Versammlung.

Diese Art der Gliederung einer Fabel läßt darauf schließen, daß der Verlauf des Überwindens des Problems an dieser Stelle irgendwie wichtig ist.

 

 

INTERPRETATIONSTHESE:

Mit Hilfe der Übertragung von den entsprechenden Tieren auf die Eigenschaften der Konfliktbeteiligten liegt es für mein Verständnis nahe zu sagen, daß es dem Autor mit dieser Geschichte darum geht zu vermitteln,  daß ein Problem gelöst werden kann, wenn man es erst einmal anpackt.  Es löst sich ohne fremde Hilfe, allein mit der Offenheit für Veränderung und der Konsequenz etwas durchzuführen.

Im Kontext mit der Fabel müßte man formulieren:  ein Rangstreit wird mit Flexibilität und doch mit Standfestigkeit überstanden.

 

ANALYSE + DEUTUNG:

Im ersten Abschnitt stehen, wie schon gesagt, die Tiere im Streit darüber, ob der Mensch zu Rate gezogen werden soll.  Der Vorschlag kommt von dem Pferd, das als Argument vor allem die Unparteilichkeit des Menschen aufführt.  Die Opposition dazu bilden der Maulwurf, der Hamster und der Igel, die zusammen den Verstand, die Scharfsichtigkeit, also die Würde des Menschen anzweifeln.  Trotzdem werden hier schon Ränge deutlich, da das Pferd den kleineren Tieren zu schweigen befiehlt.  Auch maßt sich das Pferd an, die Kleintiere als schlecht zu beurteilen und stellt damit seinen Standpunkt über den der anderen.

Der Konflikt als solcher beginnt allerdings nicht im ersten Abschnitt, sondern ist eben schon vorhanden.  Außerdem wird deutlich, daß die Tiere keine Erfahrung mit dem Menschen als Richter haben und also neue Wege suchen, Probleme zu lösen.  Sie suchen also nach einem Kompromiß zu ihren üblichen Festmachungen des Ranges.

 

Im zweiten Kapitel wird der Mensch nun als Richter eingesetzt.  Unklar bleibt, warum, bis auf die Vermutung, daß sich das Pferd durchzusetzen vermochte.  Der Konflikt sollte also nun zu seinem Höhepunkt kommen.  Stattdessen wendet jedoch der Löwe, der als ´majestätisch´, also höchstrangig, bezeichnet wird, ein und verlangt, da er sich schon auf die Versammlung eingelassen hat, zu erfahren, welche Maßstäbe der Mensch für Tiere besitze.  Indem er den Menschen auf dessen Antwort hin von seinem Amt enthebt, stellt er zum einen klar, daß er zu den edlen und entscheidenden Tieren gehört, zum anderen gar, daß er die Entscheidungen der höheren Tiere, in diesem Fall des Pferdes, in Frage stellen und revidieren darf.

Er verteidigt also eifrig seine Position als Herrscher, ohne allerdings direkt andere Tiere anzugreifen.  Er bewahrt sich also eine Flexibilität bzw. Unantastbarkeit.

 

Der dritte Abschnitt ist nun der kürzeste, aber trotzdem aufschlußreich.

Nachdem der Mensch sich auf des Löwen Geheiß entfernt hat, schlagen sich der Maulwurf, der erst in diesem Zusammenhang als höhnisch bezeichnet wird, der Hamster und der Igel auf die Seite des Löwen, der die Gemeinsamkeit mit ihnen  freilich ablehnt.

Hier trennen sich die Tiere also wieder jedes in seine Position und machen sich unabhängig.  Der Rangstreit ist also nicht geklärt, die Ränge selber aber wieder deutlich und fest.

 

Im vierten und letzten Teil geht der Löwe in seiner Rolle als dominantes Tier.  Er spricht das letzte Wort, indem er den Rangstreit als einen Streit bezeichnet, der nichts auszurichten vermag.  Die Ränge, so schließt er ab, sind fest in einem verwurzelt, egal wie sie von einem Außenstehenden empfunden werden.  Er verläßt dann die Versammlung, und ihm folgen der Weise, der Kühne, der Ernsthafte, der Kluge und der Edle.

Die Unzufriedenen und Zurückbleibenden sind der Affe, der konfuse Turner, und der Esel, der Störrische.

Das ergäbe, daß die, die den Streit der Ränge am schlechtesten ertragen, die Störrischen, Kompromißlosen, die Verdrehten und die Verrückten sind, denen es an Konsequenz fehlt.

Natürlich ist der Affe auch am ähnlichsten  dem Menschen, und hier wäre vielleicht noch eine Aussage zu finden:   daß die Menschen nicht fähig seien, stetige Ränge zu bilden.

 

WERTUNG + SCHLUSS:

Man könnte schließlich auf die These kommen, diese Fabel hätte den Zweck, auf unsere stark sich verändernden Ränge in der Gesellschaft hinzuweisen und für mehr Standhaftigkeit zu werben.

Wohl auch wichtig ist aber zu sehen, daß die Fabel einem zeigt, wie Ränge sich definieren und daß ganz oben immer Weisheit, Klugheit und Edelmut stehen.  Während Weisheit und Edelmut von Bestand sind, erfordert Schläue Flexibilität.

Interessant finde ich ansonsten, daß im Text selber eigentlich keine Wertung für den Rangstreit erfolgt.

 

 

 

 

 

 

 

.© gabriele weis

Hinführung  -  Einstieg:

Die Ränge, die wir haben oder nicht haben, erwerben bzw. verlieren, um die wir also durchaus auch streiten, beschäftigen uns alle in mehr oder minder großem Umfang.  Aber unsere Rangstreitigkeiten finden selten so statt, daß wir uns ausdrücklich über eine neue Hierarchie der Plätze auf der für uns gültigen Rangskala auseinandersetzen.

 

TEXTVORSTELLUNG:

Einen solchen ausdrücklichen Rangstreit nun allerdings erfindet Lessing im Rahmen einer „Der Rangstreit der Tiere“ überschriebenen Fabelfolge.  Gattungsspezifisch projeziert er dabei menschliche Existenzprobleme in die Tierwelt, um sie in ihren inneren Mechanismen durchschaubar werden zu lassen.

In der ersten Teilfabel geht es um das Phänomen, daß Streitsuchende sich in der Regel viel von Schlichtern versprechen, sich auf solche aber immer nur schwer einigen können. Im vorliegenden Fall setzt sich das Pferd zwischenzeitig mit dem für Maulwurf, Hamster und Igel denkbar fragwürdigen Vorschlag durch, den Menschen zum Rangrichter zu bestellen.

In der zweiten Teilfabel dann läßt Lessing den Löwen im Dialog mit dem zum Richter bestellten Menschen   - mit unmittelbarem Erfolg sogar -  noch grundlegendere Zweifel an der möglichen Richterschaft des Menschen im tierischen Rangstreit anmelden.

In der dritten Teilfabel vergleichen die Zweifler an der Angemessenheit einer Richterrolle des Menschen ihre Gründe zu ungunsten der kleineren unter ihnen:  der Löwe besteht verächtlich auf der Höherwertigkeit seiner Kriterien.

In der vierten Teilfabel schließlich verzichten die meisten der Streitgegner auf die theoretische Klärung ihres Ansehens:  je früher einer sich für unabhängig erklären kann vom Urteil seiner Mitgeschöpfe, als desto ranghöher erweist er sich  -  entsprechend verläßt der Löwe, seiner selbst gewiß, als erster die Versammlung.

 

INTERPRETATIONSTHESE:

Einziges Kriterium in Rangfragen ist demnach die innere Freiheit vom Urteil der anderen.  Ihre Voraussetzung:  ein Selbstwertgefühl, das im Wissen um die eigene Unvergleichlichkeit gründet.  Abhängig nicht zuletzt vom Respekt der anderen hat dieses Wissen jedoch nicht jeder gleich verfügbar  -  am wenigsten die unter den Tieren, deren Unvergleichlichkeit infrage steht: Esel und Affe mit ihren nahen Konkurrenten Pferd und Mensch.

 

ANALYSE + DEUTUNG:

Die Suche nach einem Rangrichter, mit dem sich die Tiere in der ersten Teilfabel befassen, gründet sich auf die Vorstellung, daß Unparteilichkeit (Z.2) und Wahrnehmungs- bzw. Unterscheidungsfähigkeit (Z.3ff) erforderlich seien, um Rangfragen gültig abzuklären.

Die erste Teilfabel führt jedoch vor, daß es so etwas wie Unparteilichkeit nicht geben kann.  Denn selbst der der Tierwelt hier wie so oft gegenübergestellte Mensch kennt weder alle Tiere gleich gut, um wirklich urteilen zu können (Maulwurf, Hamster und Igel zweifeln mit durchaus gutem Grund daran, daß der Mensch ihre versteckten Vorzüge kenne).  Noch hat der Mensch zu allen ein gleich neutrales Verhältnis (das Pferd weiß genau um seinen Wert für den Menschen im Unterschied zu seinen Kritikern, deren Hinweis auf versteckte Vorzüge und deren Zweifel an der Scharfsicht des Menschen es kurzerhand für entsprechend dürftig erklärt (Z.7f)).

 

 

Worin die Parteilichkeit jedes Richters in Rangfragen, eines den Tieren gegenüber gestellten menschlichen zumal, liegen wird oder gar muß, verdeutlicht dann die zweite Teilfabel noch ausdrücklicher als bereits die erste:  Im Verhältnis zu den Tieren ist der Mensch Partei.  Denn die einen weiß er zu nutzen und nutzt sie, die anderen nicht, an den einen hat er Interesse, an den anderen nicht.  Mit dem Verhältnis der Tiere untereinander oder gar mit ihrer Bedeutung in der Biosphäre insgesamt hat dieses menschliche Interesse an ihnen nichts zu tun. 

Als der Löwe das sich und allen klarmacht, wird deutlich, wie sehr jeder Rangmaßstab mit Kränkungen verbunden ist und daß Ränge je nach den Maßstäben, die man anlegt, um sie ausdrücklich festzulegen, vollkommen unterschiedlich ausfallen können.  Nach dem Maßstab der Nützlichkeit für den Menschen würde der Löwe sogar „unter den Esel zu stehen kommen“ (Z.13).  Dergleichen kann den Löwen, dem es ein Leichtes ist, einen Esel zu reißen, selbstredend nur beleidigen (Z.13).

 

 

Solange Rangfragen eine Rolle spielen  - das verdeutlicht nun die dritte Teilfabel -  entscheiden sie sich allein zwischen den Parteien. 

Und sie entscheiden sich nicht über die Ähnlichkeit von Erfahrungen.  Der Nützlichkeitsmaßstab des Menschen beleidigt zwar die Kleintiere ebenso wie den allen anderen weitgehend kampfüberlegenen Löwen („Der Löwe denkt wie wir“ (Z.16f).  Der Ranganspruch namentlich des den anderen in jedem Falle Kampfüberlegenen jedoch steht jeder Solidarisierung im Weg: „Aber aus besseren Gründen als ihr! Sagte der Löwe und warf ihnen einen verächtlichen Blick zu“ (Z.18).

Ränge ergeben sich also aus wechselseitiger Achtung und Verachtung.  Und beide speisen sich aus dem Maß an Gefährlichkeit, das eine Spezies für eine andere besitzt.

 

 

Die vierte Teilfabel schließlich durchleuchtet das, was Rangkämpfe entscheidet, noch eine Schicht tiefer: 

Ränge, ja Achtung wie Verachtung, bestimmten sich in Relation zur Kraft immer ganz unmittelbar über die Selbstachtung.  Wer sich kenne, sich also weder über- noch unterschätze, verhalte sich ganz einfach gemäß seiner Bedeutung im Bedeutungsgefüge aller.   „Genug, ich kenne mich! – Und so ging er aus der Versammlung“ (Z.20)   So verfährt der Löwe schließlich für sich  -  allen voran!

Die dem Löwen darin einer nach dem anderen und ohne  Murren, mit voller Selbstverständlichkeit also, folgen, tun es gemäß ihrer Gefährlichkeit für die anderen, gemäß ihren sprichwörtlich hierarchisierten Eigenschaften auch (Weisheit, Kühnheit, Ernsthaftigkeit, Klugheit, Adel (Z.23f)).

Denjenigen unter den Tieren freilich, die sich mit keiner der Eigenschaften ausgestattet fühlen, die problemlose Selbstachtung verschaffen, fehlt jenes Selbstwertgefühl, das sie mit ihrem Platz einverstanden sein ließe:  sie murren (Z.24). 

Nicht von ungefähr sind dies vor allem Esel und Affe als gleichsam mindere Version ihrer jeweils höher entwickelten Spiegelbilder Pferd und Mensch.  Ihre Unvergleichlichkeit scheint weniger ausgeprägt als die anderer Arten. 

Ihr Rang bleibt deshalb zuerst und zuletzt für sie selbst unklar.  Wo sie, basierend auf klarer Selbstachtung, keinen Rang einzunehmen wissen, rutschen sie unaufhaltsam ans untere Ende der Skala.  Einen Maßstab jenseits von Selbsterkenntnis und Selbstachtung, der ihnen aus ihrem Dilemma hülfe, gibt es nicht.

 

WERTUNG + SCHLUSS:

Lessings Fabelfolge vedeutlicht damit die Unsinnigkeit jedes Streites um Rangfragen zwischen Artverschiedenen. 

 

Ränge seien, sobald man nach einer Hierarchie der Arten frage, ausschließlich das Ergebnis früherer bzw. umfassenderer oder späterer bzw. eingeschränkterer Einsicht in das Naturgegebene.  Nicht mehr. 

Was die Bedeutung der Arten im Bedeutungsgefüge des Ganzen angehe, so gebe es dabei keinerlei Art von Rang.  Jede habe ihren spezifischen Vorzug, ihr spezifisches Gewicht (vgl. namentlich die Argumente von Maulwurf, Hamster und Igel).

 

Damit wird klar:  Echte Rangkämpfe kann es nur dort geben, wo es darum geht, wer von zwei Artgleichen, von zweien also, die die gleiche Aufgabe wahrnehmen könnten, sich als der Geeignetere erweist.  Alles andere ist aufgesetzt und vollzieht sich jenseits der natürlichen Gegebenheiten, ja verzerrt sie und führt zu unsinnigen Kränkungen.

Alle Versuche, Funktionsstellen nach so oder so festgeschriebenen Rangzugehörigkeiten zu vergeben (alle Pferde stehen über allen Eseln z.B.;  alle Adligen stehen über allen anderen;  alle in Bereich 1 Tätigen stehen über allen in Bereich 2 Tätigen...), statt nach Eignung (was der Esel kann, kann das Pferd nicht und umgekehrt;  was ein so Begabter kann, kann ein anders Begabter nicht und umgekehrt), beruhen folglich auf einem unvernünftigen und schädlichen Vergleich artverschiedener Individuen.