Februar 2000

 

meine Fragen zur gegenwärtigen Haiderei:

 

 

 


- WELCHE ANTWORTEN HABEN SIE?

 

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Ist wirklich Haider das Problem Österreichs und Europas?

-   mit seiner Rhetorik, die keine Gürtellinien kennt und keine Widersprüche scheut?

-   mit dem National-Chauvinsmus, den er bedient, auf dem er reitet und den er verfolgt?

-   ...

 

 

Sind nicht alle gleichermaßen das Problem?

 

-   Haiders Anhänger und Wähler ebenso wie die, die sich in Österreich wie um Österreich herum so verhalten, daß Haiders Position und Stil ihre diffuse Anziehungskraft entfalten können?

 

-   Warum sind denn die Stimmenanteile von SPÖ und ÖVP seit Jahren zunehmend rückläufig?

-   Etwa weil es Haider gibt?

-   Nicht viel mehr, weil Position und Stil, wie sie in diesen beiden Parteien und anderswo ausagiert werden, Erhebliches zu wünschen übrig lassen?   -  Es verirrt sich doch niemand, der klare und überzeugende Wege vorfindet!

 

 

-   Und warum glauben die meisten von denen, die sich zurecht daran stoßen, wie Haider Politik betreibt und mit welchen Zielen er spielt, sie könnten ungestraft den Kern seiner Methode auch zu der ihren machen:  die Angstmasche nämlich?

-   Wo ist der Unterschied, wenn dieser, oder wenn jener darauf herumreitet, daß man vor diesem oder jenem Angst habe, ja haben müsse, und fordert, daß einer, der zu Ängsten Anlaß gebe, nicht die gleichen Rechte haben dürfe wie man selbst und andere?

-   Setzt mich bereits meine Angst ins Recht, ja Vorrecht  -  Motto:   weil von jemandem diese oder jene angebliche oder tatsächliche Gefahr ausgeht, sind vor allem meine Abwehrkräfte (jenseits aller Verhältnismäßigkeiten vielleicht sogar) gefragt?  -  Und schon geht es nur noch ums Halali auf... oder ums Mauern-Bauen?!

 

 

-   Wissen wir noch immer nicht, was wir uns und einander einbrocken, wenn wir Menschen- und Partei-Jagden propagieren und ins Werk setzen?

-   und wissen  wir immer noch nicht, daß jede Anti-Haltung, ganz gleich ob nun gegen ´Ausländer´, ´Freiheitliche´, ´Faschisten´, ´Kommunisten´,´ Juden´ oder ´sonstwen´ deren letztliche Hatz einschließt?

-   Warum halten wir so wenig von einfacher klarer Einrede und von einer Nachfrage, die darauf besteht, wissen zu wollen, was denn erreicht sei mit der Verwirklichung dieser oder jener abenteuerlichen Zielsetzung  -  angesichts von Entwicklung und Wirkungsgefüge X?

(statt immer nur zu fragen, was einer wolle bzw. meine und ob er das so oder so gesagt habe!)

 

 

-   Warum streiten jetzt alle darum, wie verhängnisvoll es sei, mit Haider und den ´Freiheitlichen´, der neuen österreichischen Regierung gar, zu reden oder nicht mit ihnen zu reden, sich verurteilend und sanktionierend einzumischen oder nicht?

-   Gibt es in ganz Österreich keine spannenderen und wichtigeren Gesprächspartner und Themen für die übrigen Europäer als diese? 

-  Und sind Verurteilungen und Sanktionierungen wirklich demokratische Mittel der mit Sicherheit unerläßlichen Auseinandersetzung?

 

 

-   Worum geht es denn?

-   Um Lebensperspektiven doch, die sich derzeit für jeden einzelnen wie für ganze Gesellschaften so verschieben, daß alle sich neu zurechtfinden müssen!

-   Entsprechend ist  jeder (namentlich der, dem die Haiderschen Antworten zurecht nicht gefallen) nach  seinen eigenen Antworten und deren Überzeugungskraft gefragt!  -  Da liegen die Felder, auf denen wir zu ackern haben!  Sie gegen Schlachtfelder welcher Art auch immer einzutauschen, führt nur in kommunikatives und physisches Elend!

 

 

 

 

-   Wie also wollen wir Europäer uns dem Bevölkerungsdruck in der Welt stellen? Und wofür wollen wir untereinander werben? Welche Anregungen haben wir zu geben, welche Erfahrungen anzubieten? - Was haben wir da bisher wo und wie ggf. falsch akzentuiert und bewegt?

 

-   Wie blind oder wie treffend sind unsere Bilder davon, was uns als Belgier, Bulgaren, Engländer, Dänen, Deutsche, Esten, Finnen, Franzosen, Griechen, Iren, Isländer, Italiener, Jugoslawen, Kroaten, Lichtensteiner, Luxemburger, Letten, Litauer, Malteser, Monegassen, Niederländer, Norweger, Österreicher, Polen, Portugiesen, Schweden, Schweizer, Spanier, Slowaken, Slowenen, Rumänen, Russen, Tschechen, Türken, Ungarn bis heute ausgemacht hat und in Zukunft ausmachen soll?

 

-   Wie blind oder wie treffend sind unsere Bilder davon, was die gemeinsame Kultur der Europäischen Union ausmachen soll  -  in ihrem Verhältnis zu all diesen Nationalkulturen  -  wie im Verhältnis zu den migrationsbedingten Kultureinsprengseln und -einflüssen, mit denen sich alle europäischen Gesellschaften auseinanderzusetzen haben?

 

-   Was alles macht in unseren Tagen die Struktur unserer Lebensverhältnisse jeweils landesspezifisch so sperrig, daß wir einander nicht sorgsamste Analysen und Alternativen anzubieten trachten, sondern meistenteils Vorwürfe austauschen und Alibi-Diskussionen führen?

-   ... Welche Probleme hat da insbesondere das Österreich der Gegenwart?  Und um welche strukturpolitischen Erfordernisse und Möglichkeiten könnte es für die Österreicher in Gegenwart und Zukunft gehen - einmal ohne jeden Einmischungsanspruch allein für die Ebene respektvoller Gesprächspartnerschaft von verschiedensten Außenperspektiven aus in den Blick genommen?

-   Wie blind oder wie treffend sind dabei unsere Bilder davon, was ´Globalisierung´ und ´Informationsgesellschaft´ für die verschiedenen Gesellschaften Europas bedeuten muß, bzw. kann oder soll?

 

 

Gabriele Weis