PHOENIX; Di, 13.05.03, 18.30 Uhr
Fr, 16.05.03, 08.15 Uhr

 

Der schwarze Prophet

 

Obiora Ika und sein Kampf für Frieden in Nigeria
Am 21. Oktober 2002 entging Obiora Ike, der Generalvikar der Diözese Enugu in Nigeria, nur knapp einem Mordanschlag. Die Attentäter konnten entkommen.

Das Verhältnis zwischen Christen und Muslimen in Nigeria ist äußerst gespannt. Nach der Einführung der Scharia in dreizehn Bundesstaaten sind zahlreiche Kirchen und Moscheen in Flammen aufgegangen. Hunderte von Menschen kamen ums Leben. Die Christen wehren sich gegen die islamische Rechtsprechung, die für die Verletzung von Gesetzen drakonische Strafen vorsieht: Dieben wird die Hand amputiert, Prostituierte oder Ehe-brecher werden gesteinigt.

Trotz der aufgeheizten Positionen kämpft der Generalvikar der Diözese Enugu im Südosten Nigerias, Obiora Ike, für den Dialog der Kulturen und Religionen. Denn Gewalt erzeugt seiner Ansicht nach nur wieder Gewalt. Der Professor für Sozialethik und afrikanische Studien, der auch in Deutschland und Österreich studiert hat, setzt sich mit all seinen Kräften für friedliche Lösungen ein, für die Demokratisierung und den Erhalt des Vielvölkerstaates.

Denn er stammt selbst vom Stamm der Igbo, einem der drei großen Stämme Nigerias, und trägt dessen Ehrennamen „Obi-ora“, was so viel bedeutet wie „Mond, der für alle scheint“. Er bemüht sich, das kulturelle Erbe seines Volkes zu bewahren, gleichzeitig aber auch für humanitäre, soziale und bildungspolitische Entwick-lungsmöglichkeiten zu sorgen.

„Wenn du Frieden willst, dann schaffe Gerechtigkeit“, meint der Priester und Menschenrechtler, der für seinen Einsatz für Versöhnung und Verständigung in Nigeria auch mit dem Eichstätter Friedenspreis ausgezeichnet wurde. Dietmar Buchmann hat den engagierten General-vikar begleitet, der trotz der derzeit schwierigen Situation in Nigeria Politikern und Problemen lachend die Zähne zeigt.

Dokumentation von Dietmar Buchmann

 

 

 

MISEREOR:

Afrika und der Irak-Krieg
Was uns derzeit Projekt-Partner aus Ländern signalisieren, in denen Christen und Muslime miteinander leben, ist höchst alarmierend. Eine Jahrzehnte lange fruchtbare Arbeit, die sich an Werten der Gerechtigkeit und des Dialogs orientiert hat, ist in Gefahr.

„Die Spannungen zwischen Christen und Muslimen haben sich verschärft", berichtet Msgr. Prof. Obiora Ike, Weihbischof im nigerianischen Enugu. Gerade Nigeria erlebe in diesen Tagen gewalttätige Ausbrüche. In den nordnigerianischen Städten wie Kano, Sokoto oder Jos brodelt es. Um die Situation unter Kontrolle zu halten, hat Präsident Obasajo Militär und Polizei-Kräfte in diesen Städten stationiert, was viele Menschen als zusätzliche Provokation empfinden. Weihbischof Ike betrachtet die Lage mit Sorge: „Seit der Irak-Krieg angefangen hat, kennt Nigeria keinen Frieden mehr. Und die Wut mancher Muslime auf Amerika entlädt sich in Nordnigeria in Ausschreitungen gegen ihre nicht muslimischen Nachbarn

Wut auf Amerika - Gewalt gegen Christen?
Ausschreitungen gegen Christen befürchten auch andere Partner. So würde zwar in Ägypten von den gebildeten Schichten durchaus die entschiedene Anti-Kriegsposition des Papstes gesehen. Trotzdem könne die Stimmung auf der Straße jederzeit umkippen.

Polizeiübergriffe und politische Morde
Regierungen vom Senegal über den Sudan und Ägypten, von Somalia bis Südafrika versuchen die Proteste gegen den Krieg teilweise brutal zu unterdrücken. In Ägypten wurden zahlreiche Anti-Kriegs-Aktivisten verhaftet, unter ihnen Journalisten und Rechtsanwälte. Selbst Jugendliche wurden inhaftiert. Für Hanny Megally, Direktor der Menschenrechtsorganisation Human Watch in Nordafrika und dem Mittleren Osten, sind Polizeiübergriffe und Verhaftungen ein alarmierendes Zeichen: „Die Grundfreiheiten in Ägypten sind in ernster Gefahr".

In Nigeria wird in diesem Jahr gewählt. Dort hat der Irak-Krieg die Welle der politischen Gewalt verstärkt. Für Obiora Ike stehen die USA hier Pate: „Politische Gewalttäter haben ein einfaches Argument. Vergiss den Dialog, gebrauche deine Macht, selbst wenn es bedeutet zu töten. Das macht Amerika, und kommt damit davon. Also warum wir nicht auch?"

Wirtschaftskrise
Doch der Irak-Krieg trifft Afrika nicht nur politisch. Die ohnehin schwachen afrikanischen Volkswirtschaften spüren die wirtschaftlichen Folgen besonders. Touristen und Investoren bleiben aus. Der Krieg im Irak bedeutet für viele Afrikanerinnen und Afrikaner Arbeitslosigkeit, weniger Einkommen, größere Armut.

Kein Platz für Anderes
Dazu kommt, dass der Irak-Krieg weltweit alle anderen wichtigen Themen der Entwicklungsarbeit stark in den Hintergrund drängt. „Der Irak-Krieg stößt Afrika von der Welt-Agenda", so Thambo Mbeki auf einer Konferenz mit afrikanischen Kirchenführern in Johannesburg. Der südafrikanische Präsident befürchtet, dass in Zukunft viele Entwicklungsgelder in den Wiederaufbau umgeleitet werden.

Not unter Ausschluss der Welt-Öffentlichkeit
Für die benachteiligten Menschen in Afrika hat das schlimme Folgen: Die Zahl der Menschen mit HIV-Infektionen steigt. Immer mehr Menschen leiden unter extremer Armut. Millionen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, Medikamenten, Gesundheitsdiensten. Und jetzt in diesem Moment verhungern im südlichen Afrika Menschen - unter Ausschluss der Weltöffentlichkeit.

Gerade in diesen Tagen, ist unsere Solidarität mit den Notleidenden in ALLEN armen Ländern besonders wichtig.

 

 

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NACHRICHTEN - FUNDUS:

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AUSWÄRTIGES AMT:

Neuere Geschichte

Stand: Oktober 2002

Ab 1861

Kolonisierung durch Großbritannien

01.10.1960

Unabhängigkeit; in der Folge starke zentrifugale Kräfte in den großen Regionen des Landes - dem vorwiegend islamischen Norden (Hausa-Fulani), dem Westen (Yoruba) und dem Osten (Igbo), wo Christen dominieren

01.10.1963

Republik

Januar 1966

Militärputsch durch eine Gruppe junger Offiziere - vor allem Igbos, Putsch scheitert, aber Premierminister wird umgebracht, neuer militärischer Staatschef: General Ironsi, Einheitsstaat wird angestrebt

Juli 1966

Zweiter Militärputsch von Offizieren aus dem Norden, Staatschef: General Gowon, Aufteilung der vier großen Regionen des Landes in 12 Bundesstaaten

30.05.1967

Östliche Region ruft die "Unabhängige Republik Biafra" aus, die von der Militärregierung Gowon in einem 30 Monate währenden, hohe Verluste fordernden Krieg niedergeworfen wird (Kapitulation Biafras: 12.01.1970).

29.07.1975

Dritter Militärputsch, Staatschef: Brigadier Murtala Muhammed, Verwaltung wird gesäubert, das Staatsgebiet in 19 Bundesländer gegliedert, die Befugnisse der Zentralregierung gestärkt.

13.02.1976

Radikale Offiziere versuchen, das Regime Murtala Muhammed zu stürzen, Ermordung des Staatschefs, Revolte wird niedergeschlagen,
General Obasanjo übernimmt die Nachfolge, Vorbereitungen für die Rückkehr zur Zivilregierung werden fortgesetzt, neue Verfassung wird erarbeitet

01.10.1979

Übergabe der Regierungsgewalt an den aus Wahlen hervorgegangenen Präsidenten Shagari ("2. Republik")

03.12.1983

Militärputsch und Ende der 2. Republik,
Militärregime unter Generalmajor Buhari

27.08.1985

Spaltung in der militärischen Führung führt zu weiterem Militärputsch,
Babangida verkündet ein Demokratisierungsprogramm

1989

Neue Verfassung, Wiederzulassung politischer Parteien

1991

Parlamentswahlen

12.06.1993

Von Babangida initiierte Präsidentschaftswahlen verlaufen erfolgreich, doch annulliert er sie nach dem mutmaßlichen Sieg von Abiola (Ende der „3. Republik")

August 1993

Zivile Übergangsregierung unter Leitung von Chief Shonekan

November 1993

Chief Shonekan wird von General Sani Abacha zum Rücktritt gezwungen, Diktatur und außenpolitische Isolation
EU-Sanktionen, Verurteilung in der VN-Menschenrechtskommission und Ernennung eines Sonderberichterstatters

November 1995

Hinrichtung des Schriftstellers und Umweltaktivisten Ken Saro-Wiwas; daraufhin Verschärfung der Sanktionen von EU und USA, Botschafter der EU und USA und auch von Polen, Ungarn, Russland usw. werden zeitweise zur Berichterstattung zurückberufen. Suspendierung der Commonwealth-Mitgliedschaft

08.06.1998

Tod von Sani Abacha, der gemäßigte General Abdulsalami Abubakar übernimmt die Macht: Entlassung aller politischen Gefangenen, Aufruf zur Bildung von politischen Parteien

20.02.1999

Parlamentswahlen

27.02.1999

Früherer Staatschef Obasanjo gewinnt Präsidentschaftswahlen

29.05.1999

Amtseinführung Präsident Obasanjos, Beginn der „4. Republik"

01.06.1999

Mit Abschluss des Übergangsprogramms zur "4. Republik" Aufhebung der internationalen Sanktionen

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Politische Beziehungen

Nach dem Übergang zur Zivilregierung und dem Amtsantritt von Präsident Obasanjo im Mai 1999 konnten die bilateralen Beziehungen wieder deutlich intensiviert werden. Präsident Obasanjo genießt in Deutschland großes Vertrauen, nicht zuletzt wegen seiner persönlichen Kontakte zu Alt-Bundeskanzler Schmidt, zur Afrika-Stiftung, dem Afrika-Verein und der Friedrich-Ebert-Stiftung. Diese hatte ihm 1996 ihren Friedenspreis verliehen. Präsident Obasanjos Staatsbesuch in Deutschland im Dezember 1999 wurde zum Meilenstein im Ausbau der Beziehungen. Bundesaußenminister Fischer besuchte Nigeria im März 2000. Daneben gab es parlamentarische und vielfältige andere Kontakte.

Wirtschaftliche Beziehungen

Die nigerianischen Exporte nach Deutschland haben vor allem aufgrund des hohen Ölpreises wieder zugenommen, die deutschen Exporte nach Nigeria liegen seit Mitte der neunziger Jahre bei gut einer Milliarde DM.

 

1997

1998

1999

2000

Deutsche Importe (in Mio. DM)

1,531

0,563

0,381

1,076

Deutsche Exporte

1,267

1,135

1,234

1,233

Erdöl ist das wichtigste Ausfuhrgut von Nigeria nach Deutschland. 2000 machte es über 90 % der deutschen Einfuhren aus Nigeria aus. Die wichtigsten Ausfuhrgüter nach Nigeria sind Maschinen, gebrauchte Fahrzeuge, chemische und elektrotechnische Produkte.

Deutschland steht nach den USA, Großbritannien und Frankreich an vierter Stelle der Hauptlieferländer. Als Abnehmerland nimmt es die achte Stelle ein. Im deutschen Außenhandel liegt Nigeria bei den Ausfuhren an 54., bei den Einfuhren an 78. Stelle (1999).

Die deutschen Direktinvestitionen belaufen sich auf ca. 120 Mio. DM (Stand: 01/1998). Es sind etwa 50 deutsche Unternehmen, teils durch Produktionsstätten, teils durch Repräsentanzen, in Nigeria vertreten. Durch die Unterzeichnung eines Investitionsförderungs- und -schutzabkommens haben sich die Rahmenbedingungen für Investitionen verbessert. Hinsichtlich der bilateralen nigerianischen Schulden an Deutschland in Höhe von ca. 7,5 Mrd. DM wurde im Mai 2001 ein bilaterales Umschuldungsabkommen paraphiert.

In Nigeria gibt es eine Delegation des DIHT (Delegation of German Industry and Commerce) mit Sitz in Lagos. Daneben existiert der NGBC - Nigerian German Business Council - mit ca. 220 vorwiegend nigerianischen Mitgliedsfirmen.

Entwicklungspolitische Zusammenarbeit

Während der Abacha-Diktatur wurde die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit bis auf die Fortführung laufender Projekte eingefroren. Mit der Rückkehr Nigerias zur Demokratie haben sich die Rahmenbedingungen für eine Wiederaufnahme der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit positiv verändert. Für das Jahr 2000 wurden 10 Mio. DM, für 2001 15 Mio. DM an technischer Zusammenarbeit zugesagt.

Insgesamt belaufen sich die Mittelzusagen an Nigeria seit Beginn der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit auf 665,4 Mio. DM (Stand: 2001). Davon entfallen 472,8 Mio. DM auf die finanzielle Zusammenarbeit und 192,6 Mio. DM auf die technische Zusammenarbeit. Finanzielle Zusammenarbeit gibt es gegenwärtig im Gesundheitsbereich (Tuberkulose- und Leprabekämpfung). Die laufenden Projekte der technischen Zusammenarbeit sind in den Bereichen Berufsausbildung, Gesundheitsversorgung, Fischereiförderung und Unterstützung der Kleinwirtschaft angesiedelt.

Im August 2001 wurde bei bilateralen Regierungsgesprächen der Schwerpunkt „Beschäftigungsorientierte Wirtschaftsförderung" für die zukünftige Zusammenarbeit vereinbart.

Kulturelle Beziehungen

Die guten bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Nigeria finden auch im kulturellen Bereich ihren Niederschlag. Im Jahre 1999 wurde ein bilaterales Kulturabkommen abgeschlossen, das die kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Nigeria auf eine solide völkerrechtliche Grundlage stellt.

Wichtigste Anlaufstelle im Bereich Kultur ist das Goethe-Institut in Lagos. Das Interesse am Erlernen der deutschen Sprache ist groß, die Nachfrage übersteigt das Kursangebot des Goethe-Instituts bei weitem. Viele Nigerianer möchten anschließend in Deutschland studieren.

Die deutsche Schule in Lagos hat über 100 Schüler. Daneben gibt es eine deutsche Firmenschule in Abuja mit beständig wachsender Schülerzahl.

Von den politischen Stiftungen sind die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES), die Friedrich-Naumann-Stiftung (FNS) und die Heinrich-Böll-Stiftung (HBS) bereits seit Jahren in Nigeria vertreten. Die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) führt ebenfalls Programme durch und plant in Kürze die Eröffnung eines Büros.

Im Hochschulbereich gibt es, trotz der schwierigen Situation an vielen nigerianischen Universitäten, eine vielfältige Zusammenarbeit zwischen deutschen und nigerianischen Hochschulen. Deutsche Universitäten genießen einen guten Ruf in Nigeria. Zahlreiche Nigerianer haben während der wirtschaftlichen Boom-Zeiten auch in Deutschland studiert und bekleiden heute führende Positionen in Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft. An Hochschulen und polytechnischen Lehranstalten Nigerias sind vom Deutschen Akademischen Austauschdienst und vom Centrum für Internationale Migration (CIM) vermittelte Lektoren, Langzeitdozenten und Experten tätig. Vom DAAD werden darüber hinaus Kurzzeitdozenturen deutscher und nigerianischer Hochschullehrer gefördert. Bei den Kooperationsvereinbarungen nimmt das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierte Projekt zur Erforschung des Tschad-See-Beckens eine besondere Stellung ein.

Die universitäre Zusammenarbeit findet ihre Fortsetzung in mehreren deutsch-nigerianischen Vereinigungen wie zum Beispiel der „Nigerian German Alumni Association", der „Vereinigung der in Deutschland ausgebildeten Ingenieure (VDI)" oder der Vereinigung der „German-Trained Medical Doctors".

Im Medienbereich kooperiert die Deutsche Welle mit verschiedenen nigerianischen Funk- und Fernsehstationen im Ausrüstungs- und Ausbildungsbereich. Sowohl der englischsprachige als auch der Hausa-Dienst der DW finden gute Verbreitung.

SPIEGEL-JAHRBUCH:

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GEOGRAFIE, BEVÖLKERUNG
Fläche: 923 768 km² 36 Bundesstaaten, Hauptstadtregion Bevölkerung: 126,910 Mio. Einw., davon Hausa und Fulani 29 %, Yoruba 21 %, Ibo 18 % Flüchtlinge: 7200 In Städten leben 44 %, unter 15 J. sind 45 % der Bev. Bev.dichte: 139 Einw./km² Bev.wachstum: 2,61 % Fruchtbarkeitsrate: 5,3 Geb./Frau
Landessprachen: Englisch (Amtssprache), daneben u. a. Hausa, Yoruba, Ibo
Religionen: 50 % Muslime (Sunniten), 40 % Christen, 10 % traditionelle Religionen (Yoruba)



POLITISCHES SYSTEM
Unabhängig seit dem 1. Oktober 1960.
Präsidiale Bundesrepublik. Commonwealth-Mitglied. Neue Verfassung vom Mai 1999. Zweikammerparlament: Repräsentantenhaus, 360 Sitze, und Senat, 109 Sitze. Wahl alle 4 J. Direktwahl des Staatsoberhaupts alle 4 J. Wahlrecht ab 21 J.
Staats- und Regierungschef: Olusegun Obasanjo (seit Mai 1999)

Außenminister: Sule Lamido

GESUNDHEIT, SOZIALES, BILDUNG
Öffentliche Gesundheitsausgaben (am BIP): 0,8 % Öffentliche Ausgaben für Bildung und Erziehung (am BSP): 1,7 % Medizinische Versorgung: 0,2 Ärzte, 1,7 Krankenhausbetten/ 1000 Einw. Säuglingssterblichkeit: 84/1000 Geb. Müttersterblichkeit: 1100/100 000 Geb. Kinderunterernährung: 27 % Kinderarbeit: 24 % Armutsrate: 70,2 % Frauenanteil an den Beschäftigten: 36,5 % Zugang zu sauberem Trinkwasser haben 81 % der städtischen, 39 % der ländlichen Bev., zu sanitären Anlagen 85 % bzw. 45 % HIV-Infektionsrate: 5,06 % Lebenserwartung: Männer 46 J., Frauen 48 J. Schulpflicht: 6 ­ 15 J. Einschulungsquote im Primarbereich 98 % Analphabetenrate: Männer 28 %, Frauen 44 % Universitäten: 29

WIRTSCHAFT
Währung: 1 Naira (N) = 100 Kobo Kurs (Mitte 2002): 1 N = 0,01 e BSP: 32,7 Mrd. US$ Wachstumsrate des BIP: 3,8 % BSP/Kopf: 260 US$ Anteile am BIP: Landwirtschaft 30 %, Industrie 46 %, Dienstleistungen 25 % Forschung+Entwicklungsausgaben (am BSP): k. A. Arbeitslosenquote: 3,2 % Inflationsrate: 18,9 % Staatseinnahmen: k. A. Steueraufkommen (am BIP): k. A. Staatsausgaben: k. A. Leistungsbilanz: 506 Mio. US$ Auslandsschulden: 34,134 Mrd. US$ Schuldendienst (am BSP): 2,7 % Devisenreserven: 6,485 Mrd. US$ Empf. Hilfsgelder: 185 Mio. US$ Energie: Produktion 178,82 Mio. t ÖE, Verbrauch 87,29 Mio. t ÖE

Landwirtschaft, Rohstoffe, Industrie:
Nutzfläche 33,8 %, von der Anbaufläche sind 0,8 % bewässert Produkte: Reis, Mais, Maniok, Baumwolle, Kakao Bewaldet: 135 000 km², jährliche Rodung: 3984 km² Rohstoffe: Erdöl, Erdgas, Kohle, Zinne, Eisen Wichtige Industriezweige: Ölindustrie, Nahrungsmittel, Textilien, Düngemittel

Außenwirtschaft: Handelsbilanzüberschuss 4,288 Mrd. US$ Export: 12,876 Mrd. US$, davon Erdöl 97 % Hauptausfuhrländer: USA (46,9 %), Spanien (16,1%), Italien (7,3 %) Import: 8,588 Mrd. US$, davon Maschinen und Transportmittel 27,5 %, Chemikalien 26,3 %, industr. Vorprodukte 23,2 % Hauptlieferländer: Großbritannien (32,7 %), Deutschland (12,4 %), USA (7,9 %)

 

AKTUELLE ENTWICKLUNGEN
Präsident Olusegun Obasanjo, der sich außenpolitisch als Mitinitiator der Nepad-Initiative profilierte (> Südafrika), steht innenpolitisch unter Druck: Am 29. Mai 2002 präsentierte die 1999 eingesetzte Wahrheitskommission, die Verbrechen aus der Zeit der Militärdiktaturen untersucht hatte, ihren Abschlussbericht.
Der Übergang zur Demokratie 1999 brachte dem Vielvölkerstaat Nigeria kein Ende der Gewalt. In drei Jahren kamen über 10 000 Menschen bei Unruhen ums Leben.
Allein im September und Oktober 2001 wurden bei pogromartigen Auseinandersetzungen zwischen Muslimen und Christen Hunderte Menschen getötet.
Obasanjo konnte seine Wahlversprechen nicht erfüllen und war unfähig, für die Sicherheit der Bürger zu sorgen, die zunehmend verarmen. Wiederholt ließ er die Armee aufmarschieren, um das Land zu befrieden. Eine Reihe von Zwischenfällen diskreditierte seine Regierung: So massakrierte das Militär Ende Oktober 2001 im Bundesstaat Benue bei einer Strafaktion mindestens 200 Dorfbewohner. Am 23. Dezember wurde der Justizminister unter nicht geklärten Umständen ermordet. Am 27. Januar 2002 starben bei einer Explosion in einem maroden Munitionsdepot in Lagos über 1000 Menschen.
Am meisten strapaziert den Zusammenhalt des bevölkerungsreichsten afrikanischen Landes die Einführung der Scharia ­ seit Januar 2000 gilt sie in 12 von 36 Bundesstaaten. So versucht die Elite im muslimischen Norden, ihren seit der Wahl Obasanjos geschrumpften politischen Einfluss zurückzugewinnen. Weltweit für Aufsehen sorgten die Fälle von zwei Frauen, die wegen unehelicher Schwangerschaft zum Tode durch Steinigung verurteilt wurden. Während die eine von einem Berufungsgericht freigesprochen wurde, erhielt die andere eine eineinhalbjährige Gnadenfrist, um sich um ihr Kind zu kümmern. Im Vorfeld hatte die Regierung erstmals in scharfer Form Scharia-Urteile als verfassungswidrig verurteilt. Eigentlich scheut der Präsident die direkte Konfrontation mit den Muslimen, braucht er doch ihre Stimmen zur Wiederwahl 2003.
Im Januar 2002 erhöhte die Regierung die Preise für Benzin und Diesel um 18 Prozent. Sie will die Subventionen in Höhe von zwei Milliarden US-Dollar pro Jahr schrittweise abbauen und damit auch den Schmuggel in die Nachbarländer unterbinden, der ein Grund für die chronischen Versorgungsengpässe ist. Das Privatisierungsprogramm Obasanjos hat massive Widerstände im Staatsapparat zu überwinden. Bisher konnten nur 14 von 107 angestrebten staatlichen Firmen privatisiert werden.
Einen Rückschlag musste die Regierung im März 2002 hinnehmen: Das Konsortium, das den Zuschlag für den staatlichen Telekommunikationsriesen Nitel erhalten hatte, konnte die vereinbarte Kaufsumme nicht aufbringen; die Transaktion wurde rückgängig gemacht. Trotzdem ist die Liberalisierung des Telefonmarkts erfolgreich: Mit Nitel konkurrieren mittlerweile zwei private Mobilfunkunternehmen.
Nachdem die Zusammenarbeit zwischen dem IWF und Nigeria im April 2002 wegen Differenzen beendet wurde, kündigte die Regierung eine protektionistische Politik an.
Einen Erfolg konnte der nigerianische Schriftsteller Chinua Achebe verbuchen: Der 72-Jährige erhielt 2002 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

 

 

 

ALBANISCHULE:  Essen in Nigeria

Erdnussernte

Erdnusse gehören zu den wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugnissen Nigerias. Die Wirtschaft des Landes beruht vorwiegend auf dem Agrarsektor, auch wenn dieser Bereich während des Ölboomes in Nigeria vernachlässigt wurde. Als die Erd÷lpreise fielen und so eine Verschuldung des Staates eintrat, konzentrierte sich das Wirtschaftsleben wieder auf die Landwirtschaft sowie auf den Ausbau und die Förderung der Industrie.

Maniok

Manioksträucher sind mehrjährige Wolfsmilchgewächse mit einer essbaren, stärkehaltigen Wurzel. Die nahrhaften Wurzeln werden dazu benutzt, um Tapioka und Brot herzustellen, und sind in einigen Gebieten der Tropen das wichtigste Nahrungsmittel, um den Stärkebedarf zu decken.

Mehlbanane (Kochbanane)

Die Mehlbanane ist eine Bananenpflanzenart, deren äußerst stärkehaltige Frucht in manchen tropischen Regionen Grundnahrungsmittel und landwirtschaftliches Hauptprodukt ist.

Hauptprodukt

Als Hauptprodukt bezeichnet man diejenigen Nutzpflanzen bzw. deren Fruchte, die zur Herstellung von Grundnahrungsmitteln hauptsächlich angebaut werden. Es k÷nnen damit auch andere Kulturpflanzen oder Produkte bezeichnet werden, die in einer Region oder einem Land hauptsächlich angebaut und weiterverarbeitet bzw. hergestellt und dann verkauft werden.

Erdnussanbau in Kano

Die Säcke mit Erdnussen werden zu riesigen Pyramiden aufgestapelt. Sie lagern in Kano, Nigeria, das zu den fuhrenden Erdnuss produzierenden Ländern der Welt gehört. Das Gebiet um Kano im Norden der zentralen Hochebene ist die wichtigste Erdnussanbauregion des Landes. Erdnusse waren einmal das fuhrende Exportgut, heutzutage werden sie hauptsächlich für den einheimischen Konsum verarbeitet.

 

 

 

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Kirche in Not/Ostpriesterhilfe Deutschland e.V. /

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Religionskrieg in Nigeria - oder: Die Chance zum Dialog

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"Wenn wir die Spannungen zwischen Christen und Moslems zum Maßstab nehmen, ist die Katastrophe in Nigeria bereits da. Es sind bereits viele Menschen umgekommen. In Nigeria tickt die Zeitbombe eines Religionskrieges. Man kann die Lage aber auch optimistischer sehen, denn die Nigerianer haben immer wieder ihre Fähigkeit zum Dialog bewiesen. Deshalb bin ich nicht hoffnungslos." Dies erklärte der nigerianische Menschenrechtler und Generalvikar der katholischen Diözese Enugu, Prof. Obiora Ike in einem Interview.

Interview mit dem nigerianischen Menschenrechtler und Generalvikar der Diözese Enugu, Prof. Obiora Ike, über religiöse Spannungen, Menschenrechtsverletzungen und die Auswirkungen des Irak-Kriegs in Nigeria. Das Gespräch führte Volker Niggewöhner vom internationalen katholischen Hilfswerk "Kirche in Not/Ostpriesterhilfe" während der Jahrestagung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Königstein/Taunus.


KIRCHE IN NOT: Der 1995 hingerichtete nigerianische Bürgerrechtler Ken Saro-Wiwa hat einmal gesagt, Nigeria stehe kurz vor einer Katastrophe. Gilt diese Einschätzung noch immer? OBIORA IKE: Wenn wir die Spannungen zwischen Christen und Moslems zum Maßstab nehmen, ist die Katastrophe bereits da. Es sind bereits viele Menschen umgekommen. In Nigeria tickt die Zeitbombe eines Religionskrieges. Man kann die Lage aber auch optimistischer sehen, denn die Nigerianer haben immer wieder ihre Fähigkeit zum Dialog bewiesen. Deshalb bin ich nicht hoffnungslos.

Welche Gründe gibt es für die Spannungen zwischen Christen und Moslems? Es gibt viele Gründe für die Spannungen in Nigeria, der wichtigste ist die zunehmende Armut. Die Menschen sind enttäuscht, weil der Ölreichtum des Landes nicht ihnen zugute kommt. Viele Menschen mussten ihre Heimat verlassen, weil die von ausländischen Konzernen kontrollierte Ölförderung den Boden und das Wasser verseucht hat. Armut führt immer zu Intoleranz und diese zu Gewalt. Ein weiterer Grund ist die Einführung der islamischen Rechtsprechung, der Scharia, in zwölf nigerianischen Bundesstaaten. Die christliche Bevölkerung will sich verständlicherweise nicht einem islamischen Recht unterwerfen. Ein dritter Grund ist Unwissenheit. Muslimische Kinder lernen in ihren Schulen nur Arabisch und den Koran. Sie wachsen ohne Verständnis für andere Lebensanschauungen auf.

Warum wird die Scharia gerade jetzt in einigen nigerianischen Bundesstaaten eingeführt?
Nigeria war dreißig Jahre eine Militärdiktatur und wurde mit eiserner Hand regiert. Seit die Militärs 1999 abdankten, wollen alle die neugewonnene Freiheit nutzen, um ihre Ziele durchzusetzen. Fanatische Mullahs wollen die Scharia in möglichst vielen Bundesstaaten einzuführen, um Nigeria zu islamisieren. Es gibt den Islam bereits seit eintausend Jahren in Nigeria, aber der von einigen muslimischen Eliten geschürte Fanatismus ist neu.

Frauen, die vermeintlich Ehebruch begangen haben, droht in einigen nigerianischen Bundesstaaten auf der Rechtsgrundlage der Scharia die Hinrichtung durch Steinigung. Das Schicksal Amina Lawals hat auch in Europa viel Aufsehen erregt ... Es ist gut, wenn die Medien über solche Fälle berichten, und ich bin sicher, dass das Urteil gegen Amina Lawal wegen des öffentlichen Drucks nicht vollstreckt werden wird. Aber man muss sich auch bewusst sein, dass Steinigungen und andere unmenschliche Strafen auf dem Land sehr häufig vorkommen, ohne dass die Öffentlichkeit davon Notiz nimmt. Wenn ich durch die Provinzen im Norden Nigerias reise, fallen mir immer wieder Jugendliche auf, denen einzelne Gliedmaßen amputiert wurden. Es bringt nichts, wenn sich die Medien sensationslüstern auf einzelne Fälle stürzen. Die Scharia ist von Grund auf barbarisch und muss bekämpft werden. Menschenrechte sind gottgegebene Grundrechte, die von allen Menschen guten Willens verteidigt werden müssen, überall auf der Welt.


Irak-Krieg ist verhängnisvolles Zeichen

Wie wirkt sich der Irak-Krieg auf das Verhältnis zwischen Christen und Moslems in Nigeria aus? Der Irak-Krieg ist eine Katastrophe für Afrika. In Nigeria und anderen afrikanischen Ländern betrachten die Muslime den Irak-Krieg als einen Angriff auf den Islam. Sie sind wütend und richten ihre Aggressionen gegen christliche Landsleute. Dass die Weltmacht USA einen militärisch unterlegenen Staat ohne rechtliche Legitimation angreift, kann außerdem eine gefährliche Signalwirkung haben: Es erweckt den Eindruck, als könne sich der Stärkere alles erlauben, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden. Das ist ein verhängnisvolles Zeichen und erschwert die Versuche, in Afrika demokratische Gesellschaften aufzubauen. Außerdem hat der Irak-Krieg für Nigeria wirtschaftliche Konsequenzen, weil Touristen ausbleiben und Investoren das Land meiden.

Ist Frieden möglich bei einem Bevölkerungsanteil von etwa fünfzig Prozent Christen und vierzig Prozent Moslems? Ich leite eine Kommission für christlich-islamischen Dialog und kann sagen: Frieden ist möglich in Nigeria. Der Religionskonflikt ist aber nicht das einzige Problem. Auch in Nigeria leiden die Menschen unter den Folgen einer "linden" Globalisierungspolitik, welche die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer macht. Ein weiteres Problem sind die ethnischen Konflikte.

Nigeria ist ein Vielvölkerstaat. Besteht die Gefahr, dass das Land auseinander fällt? Nigeria wird nicht auseinanderfallen, wie die Sowjetunion und Jugoslawien. Der Biafra-Krieg von 1967 bis 1970 war eine Gefahr für die Einheit des Landes, doch auch er hat das Land nicht spalten können, weil es eine nigerianische Identität gibt. Nigeria ist zwar ein Vielvölkerstaat mit 350 verschiedenen Volksgruppen, aber eine Aufteilung des Landes macht keinen Sinn. Einheit ist machbar. Wir brauchen nur eine vernünftige politische Führung, Mut und konkrete Ziele.

Ausschreitungen bei Parlamentswahl?

Was erwarten Sie von der Parlamentswahl am 19. April? Der Ausgang der Wahl ist schwer voraus zu sehen, weil über dreißig Parteien teilnehmen. Ich befürchte, dass die Wahl von gewalttätigen Ausschreitungen begleitet und es Tote geben wird. Politische Schlägerbanden könnten versuchen, Wähler zu beeinflussen und einzuschüchtern. Schon jetzt rufen radikale Islamisten dazu auf, nur muslimische Parteien zu wählen. Es könnte auch zu Wahlfälschungen und letztlich zur Anfechtung des Wahlergebnisses kommen.

Sie sind im vergangenen Oktober nur knapp einem Attentat entronnen. Wer waren die Männer, die sie aufsuchten? Die Kriminellen kamen auf Veranlassung von Dr. Nnamani, des Regierungschefs des Bundesstaates Enugu, in dem auch meine Diözese liegt. Sie hatten den Auftrag, mich zu töten, führten diesen Befehl aber nicht aus. Dass ich noch lebe, ist für mich ein Wunder.

Warum sollten Sie ermordet werden? Es gefällt einigen Leuten nicht, dass die Kirche sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzt und Missstände anprangert. Die Wahrheit schmerzt, daher hat die Regierung versucht, uns durch Drohungen mundtot zu machen. Als dies nicht gelang, versuchte man es mit Gewalt. Bei einem misslungenen Mordanschlag auf einen befreundeten Priester sind vierzehn unschuldige Menschen auf dem Weg zur Kirche ums Leben gekommen. Wir Priester werden auch weiterhin terrorisiert, doch wir geben nicht auf. Ein Christ muss standhaft bleiben und bedingungslos das Evangelium verkünden, gerade heute, da viele Menschen die Wahrheit relativieren wollen.

Afrika ist ein Kontinent, der von der Öffentlichkeit im Westen nicht genügend beachtet wird. Würden sich demokratische Gesellschaften und die Wahrung der Menschenrechte in den afrikanischen Staaten leichter verwirklichen lassen, wenn der Westen nicht so gleichgültig wäre? Ja. Europa und der Westen schulden Afrika eine Menge. Nicht nur, weil der Westen wirtschaftlich immer von Afrika profitiert hat. Ich fordere die westlichen Medien auf, nicht ständig Klischees über Afrika zu verbreiten. Der Durchschnittseuropäer denkt bei Afrika an schwarze Magie, Krieg, Hungersnöte und Urwald. Wenn ich mich in europäischen Medien umschaue, scheint Afrika nur als Produzent von Katastrophen-Nachrichten zu taugen und nach seiner wirtschaftlichen Situation beurteilt zu werden. Afrika hat aber auch viele gute Nachrichten für die Welt. Wir haben eine reiche Kultur, eine lebendige katholische Kirche, Menschen, die trotz aller Probleme noch lachen können und ihren Mut nicht verloren haben. Afrika ist die Wiege der Menschheit und Kultur und besitzt Werte, die der Westen bereits verloren hat. Der Westen sollte außerdem nie vergessen, dass er viele Probleme Afrikas verschuldet hat.

Haben Sie Hoffnung für die Zukunft Nigerias? Als Christ bin ich ein unverbesserlicher Optimist. Johannes Paul II. hat gesagt: "Jesus Christus ist die Zukunft der Menschheit." Und weil das so ist, kann man nie hoffnungslos sein. Es gibt ein schönes deutsches Sprichwort, das auch für Nigeria gilt: "Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott." Wenn wir Nigerianer das beherzigen und der Westen uns nicht vergisst, ist mir um die Zukunft nicht bange.

 

 

 

 

Komplettes Interview:

 

Kirche in Not/Ostpriesterhilfe Deutschland e.V.

Medien – Michael Ragg (verantw.), Volker Niggewöhner

Postfach: 70 10 27, 81310 München

Telefon: 0 89 / 74 37 17 09

Fax: 0 89 / 7 69 62 62

E-Mail: MichaelRagg@web.de

Internet: www.kirche-in-not.org

7.4.2003

 

„In Nigeria tickt eine Zeitbombe“

Interview mit dem nigerianischen Menschenrechtler und

Generalvikar der Diözese Enugu, Prof. Obiora Ike, über religiöse

Spannungen, Menschenrechtsverletzungen und die Auswirkungen

des Irak-Kriegs in Nigeria. Das Gespräch führte Volker

Niggewöhner vom internationalen katholischen Hilfswerk „Kirche

in Not/Ostpriesterhilfe“ während der Jahrestagung der

Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in

Königstein/Taunus.

 

KIRCHE IN NOT: Der 1995 hingerichtete nigerianische

Bürgerrechtler Ken Saro-Wiwa hat einmal gesagt, Nigeria

stehe kurz vor einer Katastrophe. Gilt diese Einschätzung noch

immer?

OBIORA IKE: Wenn wir die Spannungen zwischen Christen und

Moslems zum Maßstab nehmen, ist die Katastrophe bereits da. Es

sind bereits viele Menschen umgekommen. In Nigeria tickt die

Zeitbombe eines Religionskrieges. Man kann die Lage aber auch

optimistischer sehen, denn die Nigerianer haben immer wieder ihre

Fähigkeit zum Dialog bewiesen. Deshalb bin ich nicht

hoffnungslos.

 

Welche Gründe gibt es für die Spannungen zwischen Christen

und Moslems?

Es gibt viele Gründe für die Spannungen in Nigeria, der wichtigste

ist die zunehmende Armut. Die Menschen sind enttäuscht, weil der

Ölreichtum des Landes nicht ihnen zugute kommt. Viele Menschen

mussten ihre Heimat verlassen, weil die von ausländischen

Konzernen kontrollierte Ölförderung den Boden und das Wasser

verseucht hat. Armut führt immer zu Intoleranz und diese zu

Gewalt. Ein weiterer Grund ist die Einführung der islamischen

Rechtsprechung, der Scharia, in zwölf nigerianischen

Bundesstaaten. Die christliche Bevölkerung will sich

verständlicherweise nicht einem islamischen Recht unterwerfen.

Ein dritter Grund ist Unwissenheit. Muslimische Kinder lernen in

ihren Schulen nur Arabisch und den Koran. Sie wachsen ohne

Verständnis für andere Lebensanschauungen auf.

 

Warum wird die Scharia gerade jetzt in einigen nigerianischen

Bundesstaaten eingeführt?

Nigeria war dreißig Jahre eine Militärdiktatur und wurde mit

eiserner Hand regiert. Seit die Militärs 1999 abdankten, wollen alle

die neugewonnene Freiheit nutzen, um ihre Ziele durchzusetzen.

Fanatische Mullahs wollen die Scharia in möglichst vielen

Bundesstaaten einzuführen, um Nigeria zu islamisieren. Es gibt den

Islam bereits seit eintausend Jahren in Nigeria, aber der von einigen

muslimischen Eliten geschürte Fanatismus ist neu.

 

Frauen, die vermeintlich Ehebruch begangen haben, droht in

einigen nigerianischen Bundesstaaten auf der Rechtsgrundlage

der Scharia die Hinrichtung durch Steinigung. Das Schicksal

Amina Lawals hat auch in Europa viel Aufsehen erregt ...

Es ist gut, wenn die Medien über solche Fälle berichten, und ich

bin sicher, dass das Urteil gegen Amina Lawal wegen des

öffentlichen Drucks nicht vollstreckt werden wird. Aber man muss

sich auch bewusst sein, dass Steinigungen und andere

unmenschliche Strafen auf dem Land sehr häufig vorkommen,

ohne dass die Öffentlichkeit davon Notiz nimmt. Wenn ich durch

die Provinzen im Norden Nigerias reise, fallen mir immer wieder

Jugendliche auf, denen einzelne Gliedmaßen amputiert wurden. Es

bringt nichts, wenn sich die Medien sensationslüstern auf einzelne

Fälle stürzen. Die Scharia ist von Grund auf barbarisch und muss

bekämpft werden. Menschenrechte sind gottgegebene Grundrechte,

die von allen Menschen guten Willens verteidigt werden müssen,

überall auf der Welt.

 

Irak-Krieg ist verhängnisvolles Zeichen

Wie wirkt sich der Irak-Krieg auf das Verhältnis zwischen

Christen und Moslems in Nigeria aus?

Der Irak-Krieg ist eine Katastrophe für Afrika. In Nigeria und

anderen afrikanischen Ländern betrachten die Muslime den Irak-

Krieg als einen Angriff auf den Islam. Sie sind wütend und richten

ihre Aggressionen gegen christliche Landsleute. Dass die

Weltmacht USA einen militärisch unterlegenen Staat ohne

rechtliche Legitimation angreift, kann außerdem eine gefährliche

Signalwirkung haben: Es erweckt den Eindruck, als könne sich der

Stärkere alles erlauben, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu

werden. Das ist ein verhängnisvolles Zeichen und erschwert die

Versuche, in Afrika demokratische Gesellschaften aufzubauen.

Außerdem hat der Irak-Krieg für Nigeria wirtschaftliche

Konsequenzen, weil Touristen ausbleiben und Investoren das Land

meiden.

 

Ist Frieden möglich bei einem Bevölkerungsanteil von etwa

fünfzig Prozent Christen und vierzig Prozent Moslems?

Ich leite eine Kommission für christlich-islamischen Dialog und

kann sagen: Frieden ist möglich in Nigeria. Der Religionskonflikt

ist aber nicht das einzige Problem. Auch in Nigeria leiden die

Menschen unter den Folgen einer „blinden“ Globalisierungspolitik,

welche die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer

macht. Ein weiteres Problem sind die ethnischen Konflikte.

Nigeria ist ein Vielvölkerstaat. Besteht die Gefahr, dass das

Land auseinander fällt?

 

Nigeria wird nicht auseinanderfallen, wie die Sowjetunion und

Jugoslawien. Der Biafra-Krieg von 1967 bis 1970 war eine Gefahr

für die Einheit des Landes, doch auch er hat das Land nicht spalten

können, weil es eine nigerianische Identität gibt. Nigeria ist zwar

ein Vielvölkerstaat mit 350 verschiedenen Volksgruppen, aber eine

Aufteilung des Landes macht keinen Sinn. Einheit ist machbar. Wir

brauchen nur eine vernünftige politische Führung, Mut und

konkrete Ziele.

 

Wie kann die katholische Kirche helfen?

Die katholische Kirche ist das „Salz“ der nigerianischen

Gesellschaft. Während der Militärdiktatur gab es kaum Opposition,

viele waren aus dem Land geflüchtet und es herrschte Mutlosigkeit.

In jener Zeit hat die katholische Kirche in den Menschen die

Hoffnung auf bessere Zeiten wach gehalten.

 

Hat der Papstbesuch 1998 etwas bewirkt?

Der Papstbesuch hat ganz wesentlich zum Ende des Militärregimes

beigetragen. Der Aufruf Papst Johannes Paul II. zu Wahrheit,

Gerechtigkeit und Liebe hat Christen wie Moslems gleichermaßen

bewegt. Die Menschen in Nigeria glauben, dass der Tod des

Diktators Sani Abacha durch einem Herzinfarkt kurz nach dem

Papstbesuch eine göttliche Strafe war, weil er nicht auf die

Mahnungen Johannes Paul II. nach Frieden und Versöhnung gehört

hat. Davon sind auch die Moslems in Nigeria überzeugt.

 

Was tut die Kirche noch?

Die nigerianischen Bischöfe haben im Jahr 2002 die Erklärung

“Healing the wounds of the nation“, eine Art Bestandsaufnahme

der nigerianischen Gesellschaft, herausgegeben und

Lösungsvorschläge für die Probleme des Landes unterbreitet. Im

März kam eine neue Schrift der Bischofskonferenz mit dem Titel

„Peace is possible“ heraus, die fordert, dass die Parlamentswahl am

19. April frei und fair sein müsse. Die Menschen werden ermuntert,

von ihren demokratischen Rechten Gebrauch zu machen. Solche

Aufrufe sind wichtig, weil die Gläubigen auf die Bischöfe hören -

im Gegensatz zu den Politikern. Auch die Tätigkeit von

Hilfswerken wie „Kirche in Not“ in Nigeria ist wichtig, um den

Menschen zu zeigen, dass es nicht nur Gewalt und Hass gibt,

sondern eine Kultur der Liebe aufgebaut werden kann.

 

Ausschreitungen bei Parlamentswahl?

Was erwarten Sie von der Parlamentswahl am 19. April?

Der Ausgang der Wahl ist schwer voraus zu sehen, weil über

dreißig Parteien teilnehmen. Ich befürchte, dass die Wahl von

gewalttätigen Ausschreitungen begleitet und es Tote geben wird.

Politische Schlägerbanden könnten versuchen, Wähler zu

beeinflussen und einzuschüchtern. Schon jetzt rufen radikale

Islamisten dazu auf, nur muslimische Parteien zu wählen. Es

könnte auch zu Wahlfälschungen und letztlich zur Anfechtung des

Wahlergebnisses kommen.

 

Sie sind im vergangenen Oktober nur knapp einem Attentat

entronnen. Wer waren die Männer, die sie aufsuchten?

Die Kriminellen kamen auf Veranlassung von Dr. Nnamani, des

Regierungschefs des Bundesstaates Enugu, in dem auch meine

Diözese liegt. Sie hatten den Auftrag, mich zu töten, führten diesen

Befehl aber nicht aus. Dass ich noch lebe, ist für mich ein Wunder.

 

Warum sollten Sie ermordet werden?

Es gefällt einigen Leuten nicht, dass die Kirche sich für Frieden

und Gerechtigkeit einsetzt und Missstände anprangert. Die

Wahrheit schmerzt, daher hat die Regierung versucht, uns durch

Drohungen mundtot zu machen. Als dies nicht gelang, versuchte

man es mit Gewalt. Bei einem misslungenen Mordanschlag auf

einen befreundeten Priester sind vierzehn unschuldige Menschen

auf dem Weg zur Kirche ums Leben gekommen. Wir Priester

werden auch weiterhin terrorisiert, doch wir geben nicht auf. Ein

Christ muss standhaft bleiben und bedingungslos das Evangelium

verkünden, gerade heute, da viele Menschen die Wahrheit

relativieren wollen.

 

Afrika ist ein Kontinent, der von der Öffentlichkeit im Westen

nicht genügend beachtet wird. Würden sich demokratische

Gesellschaften und die Wahrung der Menschenrechte in den

afrikanischen Staaten leichter verwirklichen lassen, wenn der

Westen nicht so gleichgültig wäre?

Ja. Europa und der Westen schulden Afrika eine Menge. Nicht nur,

weil der Westen wirtschaftlich immer von Afrika profitiert hat. Ich

fordere die westlichen Medien auf, nicht ständig Klischees über

Afrika zu verbreiten. Der Durchschnittseuropäer denkt bei Afrika

an schwarze Magie, Krieg, Hungersnöte und Urwald. Wenn ich

mich in europäischen Medien umschaue, scheint Afrika nur als

Produzent von Katastrophen-Nachrichten zu taugen und nach

seiner wirtschaftlichen Situation beurteilt zu werden. Afrika hat

aber auch viele gute Nachrichten für die Welt. Wir haben eine

reiche Kultur, eine lebendige katholische Kirche, Menschen, die

trotz aller Probleme noch lachen können und ihren Mut nicht

verloren haben. Afrika ist die Wiege der Menschheit und Kultur

und besitzt Werte, die der Westen bereits verloren hat. Der Westen

sollte außerdem nie vergessen, dass er viele Probleme Afrikas

verschuldet hat.

 

Haben Sie Hoffnung für die Zukunft Nigerias?

Als Christ bin ich ein unverbesserlicher Optimist. Johannes Paul II.

hat gesagt: „Jesus Christus ist die Zukunft der Menschheit.“ Und

weil das so ist, kann man nie hoffnungslos sein. Es gibt ein schönes

deutsches Sprichwort, das auch für Nigeria gilt: „Hilf Dir selbst,

dann hilft Dir Gott.“ Wenn wir Nigerianer das beherzigen und der

Westen uns nicht vergisst, ist mir um die Zukunft nicht bange.

 

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Energy Information Administration

United States
Energy Information Administration

      

April 2000

 

Nigeria: Environmental Issues

Introduction
Nigeria is facing several environmental challenges ranging from desert encroachment in the north and pollution in the Niger Delta to massive areas of soil erosion. Nigeria is losing about one mile to the Sahara Desert and 150 feet to the Atlantic Ocean annually. Meanwhile, one of Nigeria's greatest environmental challenges is curbing pollution in the Niger Delta region.
With the growth of the oil industry and a rapidly growing population (Nigeria is already the most populated country in Africa), environmental degradation is proceeding rapidly. According to Environmental Minister Hassan Adamu, the Niger Delta's main environmental challenges result from oil spills, gas flaring and deforestation. One of the most visible consequences of the numerous oil spills has been the loss of mangrove trees. The mangrove was once a source of both fuelwood for the indigenous people and a habitat for the area's biodiversity, but is now unable to survive the oil toxicity of its habitat.
Many environmentalists believe that the region's environmental problems are exacerbated by the lack of an energy policy. While a revised version of a national energy policy was submitted to the Nigerian government in 1997, no policy has been implemented. In recent months, however, Adamu has warned that the Ministry of Environment is ready to more closely regulate oil and gas exploration. Adamu indicated that companies failing to comply with the environmental laws of the industry will be sanctioned.

The Niger Delta region has been fraught with ethnic unrest, partially as a result of environmental destruction in the area. The Ogonis, an ethnic group that predominates in the region, protest that not only have foreign oil firms degraded the local environment, but that the Nigerian Federal Government also has acquiesced by not enforcing environmental laws and regulations. Clashes between tribal groups and security forces have resulted in several deaths, as well as disruptions in oil production. The most recent example of this hostility occurred in March 2000, when approximately 200 youth seized a natural gas plant operated by the multi-national oil and gas company Shell and held all of its staff and some soldiers hostage.

Air and Marine Pollution
Photo of Nigerian oil facilityAir and marine pollution are major problems in Nigeria that are further exacerbated by the fact that Nigeria does not have a pollution control policy. Sporadic enforcement of environmental laws resulted in the closure of two highly polluting industrial plants in Lagos a few years ago. Until recently, however, there has been no great incentive for plants to implement pollution abatement strategies. The Federal Government has indicated that it is no longer willing to tolerate oil companies absolving themselves of their responsibility to reduce pollution. Minister of State of the Environment Ime Okopido recently indicated that future drilling rights will be "closely determined by" companies' environmental compliance, in addition to their submission of an environmental impact assessment for the proposed site.

In September 1999, major oil and gas companies in the Niger Delta Region were given six weeks to formulate proposed remedial efforts to combat pollution. This requirement was followed up in March 2000 by the inauguration of a committee in Abuja, supported by foreign oil firms, to monitor environmental clean-up in the region.

Air pollution from the direct production and consumption of fossil fuels is further exacerbated by the flaring of natural gas. Due to the lack of gas utilization infrastructure, Nigeria flares approximately 75% of the gas it produces and reinjects about 12% for enhanced oil recovery. Gas flaring contributes to both the production of acid rain and increased carbon emissions into the atmosphere.

Nigeria's government realizes that many environmental problems are transboundary in nature. A cooperative effort is needed, for example, to address marine pollution in the Lagos Lagoon, considered to be one of the most highly polluted inland fresh water bodies in Africa. The Gulf of Guinea Large Marine Ecosystem Project, a project sponsored by the Global Environment Facility, is a joint effort among scientists from Nigeria, Benin, Cameroon, Cote d'Ivoire, Ghana and Togo created to address marine pollution in this area.

Energy Use and Carbon Emissions
In 1998, Nigerian total primary commercial energy consumption registered 0.96 quadrillion Btu's (quads), 70.8% of which was petroleum consumption, 22.7% natural gas, 6.1% hydro, and 0.4% coal. According to the World Bank, 56.6% of total energy consumption in Nigeria is derived from traditional sources, such as biomass. While oil is currently Nigeria's major commercial energy source, the government intends to increase both natural gas and coal consumption as a means of diversifying the country's primary energy mix. The West African Gas Pipeline, which could begin operation as early as 2002, would not only supply power plants in Ghana, Togo and Benin, but also would collect some of the natural gas that is now flared and utilize it for domestic consumption. Increasing consumption of natural gas would relieve some of the pressures on native forests, which are currently being burned for fuel in many rural areas. Collection of the natural gas, as opposed to flaring, would also help reduce greenhouse gas emissions. Gas flaring is a major source of carbon dioxide and methane in Nigeria.

The Nigerian Federal Government is also trying to promote the use of coal for domestic consumption and industrial uses as a means of combating deforestation and over-reliance on oil. Most of Nigeria's coal reserves, which the government intimates are of high quality, remain untapped. Environmentalists are concerned that mining coal will not only lead to environmental degradation, but that using coal as a replacement for oil and fuelwood also will lead to increased carbon emissions.

Graph of Nigeria's energy consumption by sectorgraph of Nigeria's carbon emissions by sector While Nigeria's oil and gas extraction industry is a significant energy consumer, the residential sector is responsible for 76.4% of energy consumption. Nigeria has a large population (106 million people), one third of whom live in urban areas and use kerosene for many domestic purposes, and two thirds of whom live in rural areas and consume firewood. The industrial sector, which includes oil and gas extraction, comprises 16.2% of energy consumption, the transportation sector 6.4%, and the commercial sector 1%.

In 1998, Nigeria emitted 27.1 million metric tons of carbon. The transportation sector was responsible for 47.9% of carbon emissions, the industrial sector 32.7%, the residential sector 15.8% and the commercial sector 3.7%. While residential sector energy consumption was large, the share of carbon emissions attributed to the residential sector was significantly smaller. This is because fuelwood comprises a major portion of energy consumption, and fuelwood, as well as other sources of biomass, are not considered to contribute net carbon emissions.

Energy and Carbon Intensity
graph of Nigeria's energy intensity compared to other countriesNigeria's energy intensity is lower than the average for all members of the Organization of Petroleum Exporting Countries (OPEC). In 1998, Nigeria consumed 23.7 thousand Btu per $1990, while the average energy intensity for OPEC members was 33.7 thousand Btu per $1990. Nigeria's energy consumption per dollar of GDP has risen over the past two decades, from 15.3 thousand Btu per $1990 in 1980.

graph of Nigeria's carbon intensity compared to other countries Carbon intensity in Nigeria is higher than the OPEC average of 0.6 metric tons of carbon per thousand $1990, registering 0.7 metric tons of carbon per thousand $1990 in 1998. The amount of carbon consumed per dollar of GDP has decreased slightly over the past two decades. This may be partially due to a reduction in natural gas flaring, which releases carbon dioxide into the atmosphere. In 1998, Nigeria flared 75% of the gas it produced, down from greater than 98% in 1970.

Per Capita Energy Use and Carbon Emissions
graphs of Nigeria's per capita energy consumption compared to other countries
Nigeria has the lowest level of per capita energy use and carbon emissions among all OPEC members. In 1998, Nigerian per capita energy use registered 9.0 million Btu. Nigeria's per capita energy use is nearly half the per capita energy use of Indonesia (17.7 million Btu) and significantly less than the OPEC average of 230.0 million Btu per person.

Similarly, per capita carbon emissions in Nigeria are lower than all other OPEC members. In 1998, Nigeria's per capita carbon emissions registered 0.25 metric tons of carbon, compared to an OPEC average of 3.72 metric tons of carbon. While Nigeria's population has increased by over 25% in the last decade, per capita energy use and carbon emissions have remained fairly steady.

Renewable Energy
Solid biomass, such as fuelwood, is a major energy source for two-thirds of Nigerians. However, this reliance on fuelwood to meet domestic consumption needs has resulted in deforestation in Nigeria. According to the World Bank, Nigeria lost approximately 469 square miles annually to deforestation between 1990 and 1995. This value, however, includes only those areas lost due to shifting cultivation, permanent agriculture, ranching, settlements, and infrastructure development, and does not include the areas of land loss due to fuelwood gathering.

As discussed, the Nigerian government intends to increase domestic coal consumption, partially in an attempt to slow deforestation. In addition to increasing coal consumption, the Energy Commission of Nigeria is initiating a community-based solar energy project aimed at providing photovoltaic power as an alternative to the national grid. This project aims to provide electricity to the 81% of the population not serviced by the National Electricity Power Authority.

The United States Department of Energy also supports the development of Nigeria's solar, wind and hydroelectric power sources. In 1999, the U.S. government announced a project to deploy solar-powered water purification systems and other photovoltaic technologies to villages throughout Nigeria.

Nigeria's production of hydropower has increased four-fold over the past 25 years and contributes to nearly 38% of electricity generation.

Nigeria Entering the 21st Century
Oil has been an integral part of the Nigerian economy since vast reserves of petroleum were found in the 1950s. Nigeria's oil exploration, however, has had severe environmental impacts and human consequences. From marine pollution to the acid rain caused by oil exploration and flaring activities, the environmental degradation in Nigeria has been evident.

The Nigerian government, however, has indicated a desire to change this situation. The government has indicated that companies must be held accountable for compliance with environmental laws and regulations. Enactment of the Response, Compensation and Liability for Environmental Damage (RECLED) Act prepared by the Federal Environmental Protection Agency in 1998 would be a step in ensuring compliance.

While the Nigerian government in the past has been reactive, attempting to clean-up oil spills and to deal with environmental damage after it occurs, it realizes the importance of taking a pro-active approach. In this regard, the government is promoting the performance of environmental risk assessments, prior to project initiation.

One of Nigeria's main challenges, similar to many other developing countries, is how to provide energy to a rapidly growing population in a sustainable manner. The energy choices that Nigeria makes, whether to increase oil exploration, develop its coal resources or move towards development of renewable energy resources, will have a significant impact on Nigeria's environment in the 21st century.

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March 2003

Background | Oil | Natural Gas | Electricity | Environment | Profile | Links

Nigeria
An OPEC member, Nigeria is one of the world's largest oil exporters. Nigeria is a major oil supplier to Western Europe and was the 5th largest supplier of crude oil to the United States in 2002.

Note: information contained in this report is the best available as of March 2003 and is subject to change.

Map of Nigeria.  Having problems call our National
Energy Information Center at 202-586-8800 for help. GENERAL BACKGROUND
The election and inauguration of President Olusegun Obasanjo's administration in 1999 returned Nigeria to civilian rule. On January 6, 2003, it was announced that President Obasanjo won the nomination for president in the ruling People's Democratic Party (PDP) primaries in Abuja. Nigeria's presidential elections are scheduled to be held on April 19. Local and legislative elections are also planned to be conducted around the same time. Nigeria has not held successful elections under a civilian government since independence from the United Kingdom in 1960, with attempts in 1966 and 1983 ending in violence and military coups.

In April 2000, President Obasanjo signed into law a new revenue sharing formula with the nine oil-producing states by which the latter receive 13% of oil revenues versus the previously allotted 3%. In February 2003, a resolution of the dispute between the federal government and the littoral states over the allocation of offshore oil and gas revenues was reached. The Obasanjo government had taken the unprecedented step of asking Nigeria's Supreme Court to intervene in its argument with regional state governments over control of the country's offshore oil and gas resources. The federal government's position was that all natural resources within the territorial waters of Nigeria are derived from the federation and not from any one state. The compromise between President Obasanjo and the governors of the six South-South states: Akwa Ibom, Bayelsa, Cross River, Delta, Ondo, and Rivers removed all references to the continental shelf and the Exclusive Economic Zone and was replaced by a 200-meter water depth isobar limit. The vast majority of Nigeria's current producing fields are located within water depths of 200 meters or less. Deep-water developments will generate revenues that will be subject to direct federal government control. The revised Dichotomy Bill was sent back to the legislature in early March 2003.

Nigeria's economy is heavily dependent on the oil sector, which accounts for 90-95% of export revenues, over 90% of foreign exchange earnings and nearly 80% of government revenues. Real GDP is estimated to have grown by 3.0% in 2001, but International Monetary Fund (IMF) estimates for 2002 see GDP declining by 0.9%. Nigeria's central bank (CBN) estimates that the economy grew by 3.3% in 2002, below the targeted 5.0%. Inflation is estimated to have slowed to 13.4% in 2002, compared with 18.9% in 2001.

The Obasanjo administration is working on a number of economic reforms, including the privatization of parastatals, exchange rate management, and the phasing out of subsidies. There have been several delays in the privatization program. The government is some 23% behind its 2002 target of $520 million in revenues from privatization. The major reason for the shortfall was the failure to sell Nigeria Telecommunications (Nitel). The government had, by August 2001, successfully sold four Global System for Mobile Communications (GSM) licenses and brought Nitel to the point of sale, but no investors came forth. The Bureau for Public Enterprises (BPE) estimates it raised $360-$400 million from privatization proceeds during 2002. Privatization of the National Electric Power Authority (NEPA), a part of the final portion of the privatization program, is likely to be shelved in the near term given the proximity of elections and the failure to privatize Nitel. The BPE has selected two international consulting firms, including US-based group Nexant,Inc, to advise on the proposed privatization of the country's downstream petroleum sector. The Nigerian National Petroleum Corporation's (NNPC) four oil refineries, petrochemicals plants, and the Pipelines and Products Marketing Company (PPMC) are due to be sold. As with NEPA's privatization, the planned sales will not be pursued until after the national elections. Considerable opposition to the proposal measures have been voiced by the National Union of Petroleum and Natural Gas Workers (NUPENG) and the Petroleum and Natural Gas Senior Staff Association of Nigeria (PENGASSAN), who fear job losses and sharply higher product prices resulting from the privatizations.

OIL
Estimates of Nigeria's estimated proven oil reserves range from 24 billion (Oil and Gas Journal) to 31.5 billion barrels (OPEC). The majority of these reserves are found in relatively simple geological structures along the country's coastal Niger River Delta, but newer reserves have been discovered in deeper waters offshore Nigeria. The majority of the oil lies in about 250 small (i.e., less than 50 million barrels each) fields. At least 200 other fields are known to exist and contain undisclosed reserves. Nigeria's crude oil reserves have gravities ranging from 21o API to 45o API. Nigeria's main export crude blends are Bonny Light (37o API) and Forcados (31o API). Approximately 65% of Nigerian crude oil production is light (35o API or higher) and sweet (low sulfur content).

Production
Nigeria's Crude Oil Production.  Having problems call our National
Energy Information Center at 202-586-8800 for help. Nigerian crude oil production averaged 2.118 million barrels per day (bbl/d) in 2002. On January 12, 2003 OPEC decided to raise the "OPEC 10" (excludes Iraq) production quota from 23 million bbl/d to 24.5 million bbl/d, effective February 1, 2003, in order to ensure adequate supplies of crude in response to the oil supply shortfall in Venezuela. Nigeria's new quota was set at 2.018 million bbl/d. At the OPEC meeting, convened on March 11, 2003, OPEC decided to maintain, for the time being, the current "OPEC 10" production ceiling.

Production from joint ventures (JVs) accounts for nearly all (about 95%) of Nigeria's crude oil production. The largest JV, operated by Shell, produces nearly 50% of Nigeria's crude oil. The NNPC, the state-owned oil firm, has a 55% interest in the Shell JV. The other JVs, in which the NNPC has a 60% stake, are operated by ExxonMobil, ChevronTexaco (formerly as Chevron), ENI/Agip (Agip), ChevronTexaco (formerly as Texaco) and TotalFinaElf.

A major problem facing Nigeria's upstream oil sector has been insufficient government funding of its JV commitments. The Nigerian government has two major funding arrangements for oil producing in the country: JV and production sharing contract (PSC) arrangements. Under the JV arrangements, the Nigerian government and its partners contribute to these projects according to their equity holding. Under a PSC, oil companies fund the operations and the profits are shared according to agreed arrangement after the company has recouped its expenditure. The NNPC has proposed a JV cash call budget for 2003 of $4.6 billion in its proposals to the Nigerian legislature. NNPC officials stated its funding request is consistent with the federal government objectives of achieving 40 billion barrels of proven reserves and 4.0 million bbl/d of production capacity by 2010.

Political and ethnic strife in the Niger Delta region, including violence, kidnapping, sabotage and the seizure of oil facilities, often disrupts Nigerian oil production. On March 19, 2003, ChevronTexaco suspended its oil production in the Niger Delta region, declaring force majeure on its exports following violent clashes between the Ijaw and the Itsekiri ethnic groups which has threatened the operations of the oil companies in the area. Shell, the other company with facilities in the region, removed its non-essential staff the previous weekend, and both companies then moved to shutdown their operations and evacuate all personnel on March 19, 2003. ChevronTexaco initially shut-in production of 140,000 bbl/d and Shell closed down its flowstations with a combined capacity of 126,000 bbl/d. The 266,000 bbl/d of lost oil, represented approximately 13% of Nigeria's total average production of 2.1 million bbl/d. ChevronTexaco has stated that it will be unable to meet its March and April 2003 obligations to its clients due to the problems.

Shell evacuated four oil facilities, oil pipeline pumping stations at Ogbotobo, Opukushi, Tumo and Benisede, on March 24, 2003 raising the number of closed Shell facilities to 14. These actions have shut-in 320,000 bbld, or nearly one-third of Shell's Nigerian output. Shell stated that an additional 50,000 bbl/d of Nigerian Bonny Light oil production is being lost in the east Niger Delta. Incidents of illegal bunkering, not related to the ethnic violence in the western Delta led to the Bonny shut-in. Chevron has shut-in oil production totalling 440,000 bbl/d and it was forced to evacuate its workers from offshore platforms and its Escravos export terminal. TotalFinaElf has shut down operations producing 7,500 bbl/d in the area. A total of 817,500 bbld, nearly 40% of Nigeria's production is currently shut-in.

Exports
The majority of Nigeria's crude exports are destined for markets in the United States and Western Europe, with Asia becoming an increasingly important market as well. In 2002, Nigerian crude exports to the United States averaged 567,000 bbl/d (6.27% of U.S. imported crude oil) a decline from the 842,000 bbl/d in 2001 (9.03% of U.S. imported crude oil). Nigeria was the 5th largest crude exporter to the United States in 2002, behind Saudi Arabia, Mexico, Canada and Venezuela. The NNPC estimates it earned $4.15 billion from crude oil exports from January to September 2002 (EIA estimates that Nigeria earned $17.2 billion in oil export revenues in 2002).

Shell's 40-year-old Bonny Island oil export terminal is in the process of being upgraded and expanded. When completed, the facility will be able to export 1.5 million bbl/d. The $600 million project is expected to be completed in 2006.

Nigeria is a significant supplier of crude oil and refined petroleum products regionally. Nigeria reached an agreement to supply refined products to Guinea. Under terms of the deal the NNPC will supply monthly, 45 metric tons (15 tons each) of gasoline, diesel and kerosene. The NNPC is also considering a deal to supply up to 50,000 bbl/d of crude oil to Cote d'Ivoire's refinery.

Crime and Ethnic Unrest
The execution of Ogoni environmental activist Ken Saro-Wiwa in November 1995 attracted international attention to the plight of the Ogoni people and other minority groups in the oil-producing areas of Nigeria. In addition to inter-ethnic tension, there have been persistent attacks against oil companies by youths protesting the environmental degradation of indigenous homelands and their marginalization in terms of federal resource allocation. The attacks have resulted in disruptions of oil production, domestic supply and exports.

Illegal fuel siphoning as a result of a thriving black market for fuel products has increased the number of oil pipeline explosions in recent years. The most serious disaster was the October 1998 Jesse fire in which over 1,000 people died. In July 2000, a pipeline explosion outside the city of Warri caused 250 deaths. An explosion in Lagos in December 2000 killed at least 60. The NNPC reported 800 cases of pipeline vandalization from January through October 2000. In January 2001, The Nigerian navy announced plans to clamp down on arson attacks on oil facilities following the loss of about $4 billion in oil revenues last year due to vandalism. The Federal government also has ordered the navy to sink any ship conveying crude products that cannot be accounted for. The government estimates that as much as 300,000 bbl/d of Nigerian crude is illegally bunkered (freighted) out of the country.

Exploration and Field Development
In March 2000, Nigeria opened competitive bidding on 22 new oil blocks, including 11 in the Niger Delta deep and ultra-deep offshore, in which 46 oil companies participated and 14 blocks received a total of 51 bids. Awards for eight of the offered exploration blocks were announced in December 2000. The licensing round was the Nigeria's first in over a decade.

In July 2002, Shell was awarded Block OPL 245 after the license had been withdrawn from a local firm, Malabu Oil & Gas. The government has said the license was revoked in May 2001 because Malabu, owned by former Nigerian President Sani Abacha and his former oil minister Dan Etete, was improperly given the concession and also that it failed to pay the $20-million signature bonus by the agreed deadline. US-independent Ocean Energy was awarded offshore OPL 256 in November 2002. The block is adjacent to two highly prospective areas, Shell's OPL 245 and OPL 246, operated by TotalFinaElf and South Atlantic Petroleum.

Nigeria's next deepwater licensing round, originally scheduled to begin following the April 2003 elections, will probably be delayed until 2004 according to officials at Nigeria's Department of Petroleum Resources (DPR). The delay is being caused by legal confusion over acreage awarded under the previous regimes of Presidents Abubakar and Abacha.

The Nigerian government held a special bidding round to offer marginal fields to local firms and in June 2002 the government pre-qualified 71 companies out of 150 that submitted bids The round was held to allow more participation by indigenous oil companies in Nigeria's upstream oil exploration and production activities. Local firms currently account for approximately 150,000 bbl/d (roughly 5%-6%) of Nigeria's oil production. The government has identified 116 marginal fields located within the leaseholds of the multi-national oil companies in the Niger Delta. These fields, which according to the government had collective reserves totalling about 1.3 billion barrels, have not been developed and are considered uneconomical to produce by the current leaseholders.

Nigeria has the potential to increase its crude oil production significantly in the next few years as recent discoveries come on stream. ExxonMobil has launched its construction work on Nigeria's deep-water Erha field, which is estimated to contain 500 million barrels of reserves. ExxonMobil announced the discovery in 1999 on Block OPL 209. At maturity Erha should yield 150,000 bbl/d, and first oil is expected in 2005. ExxonMobil holds a 56.25% share and operates Block OPL-209 under a production-sharing contract (PSC) with NNPC. Shell is the other partner on OPL-209. Erha's $1.1-billion field development is expected to include a Floating Production Storage and Offloading vessel (FPSO), 15 producing wells, five water injection wells, and four gas injection wells.

ExxonMobil is also developing the 400-million-barrel Yoho field in the shallow waters of Block OML-104. ExxonMobil holds 40% and NNPC 60% of the $1.2 billion project. Initial production, producing at 90,000 bbl/d, began in February 2003. Yoho utilizes an FPSO to allow oil production almost two years ahead of the full-field production capacity. When full-field output of 150,000 bbl/d is achieved in late 2004, the FPSO will be replaced by a floating storage and offloading (FSO) vessel. Associated gas will be re-injected to maintain field pressures and eliminate flaring.

In February 2003, the ChevronTexaco/NNPC JV announced its plan to spend $4 billion on developing three oil and gas projects in Nigeria including the deepwater Agbami field. In November 2001, ChevronTexaco and its partners signed a 30-year PSC with Nigeria for the exploitation of OPL 250. Tests confirm that Agbami contains nearly 1 billion barrels of recoverable hydrocarbons. Agbami, which covers 45,000 acres, is located about 70 miles from Nigeria's coast. Oil production, utilizing a FPSO, should begin by mid-2006 and peak at 225,000 bbl/d. The majority of the Agbami field lies in Block OPL 216, where ChevronTexaco holds a 32% interest. ChevronTexaco's partners on OPL 216 are NNPC (40%) Petrobras (8%) and the indigenous firm, Famfa Oil (20%). Approximately one-third of Agbami lies in the adjacent Block OPL 217. Statoil (54%) is the operator on the block and ChevronTexaco (46%) is its partner.

Work is continuing on Shell's massive Bonga deep-water development, which has the potential to produce 225,000 bbl/d. Bonga is estimated to contain 700 million barrels of oil and it is scheduled to come on stream in early 2004. Shell is the operator (55%), partnered with ExxonMobil (20%), Agip (12.5%), and TotalFinaElf (12.5%). The field will be serviced by a 2.0-million-barrel FPSO. In May 2001, Shell announced a second major discovery on Block OPL 212 (OML 118), which contains the Bonga Field. Bonga South West, is estimated to contain reserves of nearly 600 million barrels of oil. Drilling on the Bonga South West development will be completed in 2003 with the first oil produced, also by FPSO, expected in 2005.

Limited production from Shell's EA field (Block OML 79) began in December 2002. With estimated reserves of 350 million barrels of oil, the EA field is expected to produce at peak more than 125,000 bbl/d of oil and up to 100 million cubic feet per day (Mmcf/d) of natural gas.

Agip is developing the Abo discovery on Block OPL 316. Production, utilizing an FPSO, was expected to begin by the end of 2002, but it is now scheduled to begin in March 2003. Agip (40% and operator), BP (35%) and ExxonMobil (25%) hope to produce 30,000 bbl/d from the Abo field.

In May 2000, TotalFinaElf announced the Akpo-1 discovery on Block OPL 246. Initial tests on the field yielded output of 9,000 bbl/d of very light oil. Akpo was originally estimated to contain reserves of 200 million barrels of crude and condensate, but additional appraisal drilling has upped the estimate to nearly 1 billion barrels of oil and 4 trillion cubic feet (Tcf) of natural gas. TotalFinaElf is the operator with a 24% share, and its partners are South Atlantic Petroleum (60%) and Petrobras (16%). The Akpo field is very near the boundary of the Joint Development Zone (JDZ) recently established between Nigeria and Sao Tome and Principe, and it may extend into the JDZ.

TotalFinaElf (operator) is also developing the Amenam/Kpono field, which straddles Blocks OML 99 and OML 70. Development drilling began in early 2003, and the field is scheduled to began production by July 2004. Production is expected to at 125,000 bbl/d. The Amenam/Kpono project is said to be the single largest scheme in the world in the traditional shallow water environment. Total reserves on Blocks OML 99 and OML 70 are over one billion barrels. In 2002, TotalFinaElf took delivery of the FSO for the project. The new vessel has a storage capacity of 2.2 million barrels of oil, is designed to handle up to 230,000 bbl/d of liquid production and has the capacity to export crude oil at up to 50,000 barrels per hour to loading tankers. TotalFinaElf's (31.2% interest) partners on Amenam/Kpono are ExxonMobil (8.8%), and NNPC (60%).

TotalFinaElf plans to drill additional appraisal wells on Block OPL 222, the location of the Ukot-1 discovery. Ukot was discovered in 1999 in 1,800 feet of water and flowed 15,000 bbl/d on test. A second discovery, Usan was made in May 2002, and it tested at 5,000 bbl/d in 2,450 feet of water. The Ukot/Usan discoveries could be on stream within four years if further delineation and exploration work prove successful. TotalFinaElf, the operator on OPL 222 with a 20% interest, is partnered with ChevronTexaco (30%), ExxonMobil (30%) and Nexen (20%).

Border Disputes
In October 2002, the International Court of Justice (ICJ) awarded the Bakassi peninsula to Cameroon. Both Cameroon and Nigeria had claimed the Bakassi peninsula, a 1,000-square-kilometer (400-square-mile) area located in the Gulf of Guinea that is believed to contain significant reserves of oil. In February 1994, Cameroon submitted the dispute to the ICJ for settlement, and Nigeria later followed with its own suit. In March 1998, the ICJ began formal hearings on the case, and in June 1999, Equatorial Guinea applied for permission to enter the proceedings. The ICJ authorized Equatorial Guinea to intervene in the case in October 1999 on the basis of the country's arguments to protect its legal rights in the Gulf of Guinea as the maritime boundary between Nigeria and Cameroon is determined.

The Nigerian government had questioned Equatorial Guinea's sole ownership of the Zafiro field (Block B). At issue was whether Zafiro was a separate field, or part of an oil structure that straddled the territorial waters of both countries. In late September 2000, the two countries' presidents signed a pact delineating their maritime boundaries. One of the agreement's key provisions was Nigerian recognition of Equatorial Guinea's sovereignty over the Zafiro field.

The governments of Sao Tome and Principe (STP) and Nigeria have agreed to exploit petroleum reserves jointly in a once-disputed offshore region. The JDZ will be overseen by a joint commission. On February 21, 2001, the two countries signed an agreement in which Nigeria will receive 60% of JDZ revenues and STP gets the remainder. STP broke off talks with Nigeria in November 2002 due to differences over the implementation of the agreement. STP had been seeking to renegotiate the treaty, which it claimed was unfair due to a 100 square kilometer area of the zone over which Nigeria had exclusive rights. In February 2003, both parties agreed that this area should be returned to the JDZ, with future oil revenues from it split on a 60-40 basis. On March 17, 2003, Environmental Remediation Holding Corporation(ERHC), announced the signing of a Memorandum of Understanding (MOU) with STP settling all outstanding disputes. Under terms of the MOU, ERHC will increase its rights to participate in the JDZ from a total of 30% paid working interest in two blocks to a total of 125% working interest spread over six exploration blocks. Additionally, ERHC will not be required to pay signature bonuses on four of the blocks. In exchange, ERHC will relinquish its rights to an overriding royalty interest, share of signature bonus and share of profit oil in the JDZ.

Refining and Downstream
Nigeria's four refineries (Port Harcourt I and II, Warri, and Kaduna) have a combined nameplate capacity of 438,750 bbl/d, but problems including sabotage, fire, poor management and lack of turnaround maintenance have sharply decrease actual output. In March 2003, NNPC officials stated that maintenance work at its Port Harcourt refinery has been completed and that the plant is now operating at an improved production capacity of approximately 90,000 bbl/d. However, repairs are ongoing at the Kaduna and Warri refineries. The NNPC signed a Memorandum of Understanding (MOU) with Venezuela's state oil firm PDVSA in December 2000 to help maintain Nigeria's refineries. In March 2003, ChevronTexaco signed an agreement with NNPC to take over the management of the Warri and Kaduna refineries and its crude oil tanks in Delta State. The NNPC will retain ownership of the refineries; only the management of the facilities has been signed over to ChevronTexaco.

While Nigeria's state-held refineries are slated for privatization, plans for several small, independently-owned refineries are being developed. Nigeria has awarded 18 private refinery licences after opening up the country's downstream sector to private investment. President Obasanjo laid the foundation stone of the $1.5 billion Tonwei Refinery (in October 2002) in a ceremony marking the start of construction of Nigeria's first private refinery. The Tonwei Refinery will have an initial capacity of 100,000 bbl/d and it can be expanded to 200,000 bbl/d.

The government of Lagos State has announced that it is studying the possibility of establishing a refinery. Lagos is estimated to consume more than 50% of Nigeria's petroleum products. The refinery, if built, will serve not only Lagos but also Nigeria's other southwestern states.

The Akwa Ibom state government announced that it had concluded plans to build a 12,000-bbl/d refinery. U.S.-based Ventech announced that design and construction of the refinery, to be built in prefabricated modules in the United States and then shipped to Nigeria for assembly, had begun. The facility will be located in Eket, adjacent to the Qua Iboe crude terminal.

The Edo State government has obtained approval from the federal government to build an oil refinery. Capacity is expected to be 50,000 bbl/d, and a consortium of Nigeria's independent, local petroleum marketers stated that the government had approved their plan for the construction of a refinery in Nigeria's Federal Capital Territory.

The lack of refinery capacity in the country has been a key factor in Nigeria's latest fuel crisis, which began in February 2003 and coincided with a strike by oil workers. Panic-buying from the strike increased demand at a time when the Port Harcourt refineries were offline, and the country was unable to import fuel in order to cover the shortfall.

NATURAL GAS
Nigeria has an estimated 124 trillion cubic feet (Tcf) of proven natural gas reserves (9th largest in the world). Due to a lack of utilization infrastructure, Nigeria flares 75% of the natural gas it produces and re-injects 12% to enhance oil recovery. President Obasanjo announced in January 2003 that the official date to end natural gas flaring has been reset for 2004. This date represents a four-year revision of the previous target of 2008. World Bank estimates that Nigeria accounts for 12.5% of the world's total gas flare.

Nigeria's most ambitious natural gas project, the $3.8 billion LNG (liquefied natural gas) facility on Bonny Island, was completed in September 1999. The facility is expected to process 252.4 billion cubic feet (Bcf) of LNG annually. The consortium developing the project, Nigeria Liquefied Natural Gas Corporation (NLNG), is comprised of the NNPC (49%), Shell (25.6%), TotalFinaElf (15%), and Agip (10.4%). Initially, the facility is to be supplied from dedicated natural gas fields, but within a few years it is anticipated that half of the input gas will consist of associated (currently flared) natural gas.

The third LNG production train, with an annual capacity of 130.6 Bcf, began operations in November 2002. The third LNG train will increase NLNG's overall LNG processing capacity to 383 Bcf per year. NLNG has begun construction of two additional liquefaction trains and they are expected to be in operation by the end of 2005. NLNG has secured a $1.06 billion loan towards the construction of trains 4 and 5, which it says is the largest private sector loan ever in sub-Saharan Africa. The total cost of the fourth and fifth trains is $2.1 billion, excluding ship acquisition costs. NLNG officials stated in January 2003 that it hoped to have a sixth train operational in 2006. The two new trains will have a combined capacity of 363.5 Bcf per year. In March 2003, NLNG obtained $460 million in loans to expand its fleet of vessels. An additional eight vessels are needed to meet the shipping requirements for the fourth and fifth trains.

Several customers have signed long-term purchase agreements with NLNG. Four sales agreements, covering over half of trains four and five's planned output, have been signed. NLNG has delivered 21 spot LNG cargoes to the Lake Charles, Louisiana LNG receiving terminal since 2000, and an additional 17 cargoes are expected to be delivered in 2003.

Plans for additional LNG facilities are being developed. In February 2001, it was announced that Nigeria and the U.S. oil firms of ChevronTexaco, Conoco, and ExxonMobil had signed an MOU to conduct feasibility studies for a second LNG facility, West Niger Delta LNG. The plant is expected to be on stream by 2005. An MOU for a third LNG plant in Nigeria was signed in September 2001. Phillips and Agip signed the agreement with the Nigerian government for the establishment of the Brass River LNG plant. The facility, which is expected to be operational in 2007, will be the world's first offshore LNG plant and have a capacity of 850 Mmcf/d. Shell and Norway's Statoil are set to sign a MOU in the fourth quarter of 2003 with the NNPC to construct a new LNG plant. The plant will be a floating offshore LNG processing facility. The feedstock gas will come from Shell and Statoil's Nnwa/Doro (OPL 218) gas fields. Gas reserves on OPL 218 are estimated to be nearly 10 Tcf. If approved and constructed, the Nnwa LNG facility could begin operations in 2007.

The Escravos gas project (EGP), in which the NNPC holds a 60% share and ChevronTexaco a 40% share, is another project that has expanded Nigeria's natural gas industry. The first phase of the EGP (EGP-1) processes 165 Mmcf/d of associated natural gas, which is supplied to the domestic market by pipeline. Phase two of the EGP (EGP-2), which processes an additional 135 Mmcf/d of natural gas, began operations in late 2000. The gas is currently used domestically, but gas from EGP-2 also will be exported to Benin, Togo and Ghana through the West African Gas Pipeline (WAGP). The third phase of the EGP (EGP-3) will increase gas processing to 400 Mmcf/d of natural gas from Chevron's northern offshore fields. Gas from EGP-3 will serve as feedstock for the $1.3 billion, Escravos gas-to-liquid (EGTL) plant, scheduled to come online in 2005. The EGTL will utilize technologies developed by ChevronTexaco and South Africa's Sasol, and will produce nearly 35,000 bbl/d of synthetic fuels (diesel, kerosene, jetfuel & naphtha) which are sulfur and particulate-free. EGTL's capacity can be expanded to 120,000 bbl/d. Other American and Canadian firms also are considering establishing GTL plants in Nigeria.

Several distribution schemes are planned to help promote Nigerian consumption of natural gas. The proposed $580 million Ajaokuta-Abuja-Kaduna pipeline will supply natural gas to central and northern Nigeria, while the proposed Aba-Enugu-Gboko pipeline will deliver natural gas to portions of eastern Nigeria. The Lagos State government and Gaslink Nigeria Limited (Gaslink), a local gas distribution company, are developing a pilot program to deliver natural gas to nine residential neighborhoods in the state. Gaslink, which supplies natural gas to nearly 30 industrial customers in Lagos' Ikeja industrial district, plans to expand operations to include 150 industrial customers, 250,000 residential/commercial customers and 25 independent power plants. In January 2003, Shell and its partner, Nigerian Gas Company (NGC), connected 30 firms in the Agbara/Ota industrial areas of Ogun State to gas supplies.

Nigeria and Algeria continue to discuss the possibility of constructing a "Trans-Saharan Gas Pipeline". The 2,500-mile (4,000-kilometer) pipeline would carry gas from oil fields in Nigeria's Delta region via Niger to Algeria's Beni Saf export terminal on the Mediterranean. It is estimated that construction of the $7 billion project would take six years.

ELECTRICITY
Nigeria has approximately 5,900 megawatts (MW) of installed electric generating capacity, in the form of three hydro-based stations and five thermal stations. Nigeria faces a serious energy crisis due to declining electricity generation from domestic power plants. Power outages are frequent and the power sector operates well below its estimated capacity.

The Nigerian government is hoping to increase foreign participation in the electric power sector and is looking for independent power producers to generate and sell electricity to NEPA. In October 2000, NEPA signed a partnership agreement with South Africa's Eskom to help improve electricity supply. Eskom will help develop NEPA's repair capabilities, execute transmission line projects, and participate in rehabilitating, operate and transfer (ROT) schemes for the running of Nigeria's power stations. Shell announced in December 2001 that it had been awarded a 15-year ROT contract for units 1-4 of the Afam power plant, and a lease operate and transfer contract for Afam's fifth unit. Shell will refurbish the Afam power plant at a cost of about $500 million, and with capacity expanding from 400 MW to 900 MW. Eskom is expected to provide management of maintenance and operations at Afam.

Although the privatization of NEPA has been pushed back to some time after the round of national elections, but the determination of the new companies to be created from NEPA has been determined. NEPA's transmission network will remain a single entity, the Nigeria Transmission Company, but the generation sector will be split into six independent companies. 11 companies will be created from NEPA's current distribution operations. No time table on the creation of the new companies has been announced.

Currently, only 10% of rural households and approximately 40% of Nigeria's total population have access to electricity. NEPA plans to boost this share to 85% by 2010. NEPA's plan would call for an additional 15,000 kilometers (9,000 miles) of transmission lines, 16 new power plants, and new distribution and marketing facilities. The government awarded contracts for three 335-MW gas-fired plants, valued at $1.1 billion, in November 2002. China's CMEC will build the facility at Okitipupa in Ondo State. A second plant, to be built Chinese firm, SEPCO, will be located at Papalanto in Ogun State. Seimens will build the plant at Ajaokuta in Kogi state. The government also is expanding its rural electrification program. The government has begun 1,400 rural electrification projects, and has awarded 410 new contracts.

ENVIRONMENT
Nigeria faces several environmental challenges ranging from desert encroachment in the north, and air and marine pollution in the Niger Delta, to massive areas of soil erosion. The Niger Delta's (location of the vast majority of Nigeria's energy production operations) main environmental challenges result from oil spills, gas flaring and deforestation.

More than 4,000 oil spills have been recorded in Nigeria's Niger Delta over the past four decades. President Obasanjo has blamed the region's environmental degradation on the poor performance of oil multinationals, which he believes have not met international standards on their operations in the area. In June 2000, a Nigerian court found Shell guilty of a large oil leak that contaminated land of the Ogoni ethnic group in the 1970's. The court has ordered Shell to pay $40 million for the environmental damage. Shell has filed an appeal to contest the ruling.

 


Sources for this report include: Africa Energy and Mining, Africa News, Africa Oil and Gas, Agence France Presse, Alexander's Gas and Oil Connections, AP Worldstream, BBC Summary of World Broadcasts, CIA World Factbook 2002, Dow Jones, Economist Intelligence Unit (EIU) Viewswire, Financial Times African Energy, Hart's Africa Oil and Gas, International Monetary Fund, Oil and Gas Journal, OPEC Statistical Bulletin, Panafrican News Agency, Petroleum Intelligence Weekly, U.S. Energy Information Administration, Global Insight Middle East and Africa Economic Outlook, World Bank, World Markets Online.
COUNTRY OVERVIEW
President: Olusegun Obasanjo (since May 29, 1999)
Vice President: Atiku Abubakar
Independence: October 1, 1960 (from United Kingdom)
Population (2002E): 129.9 million
Location/Size: West Africa, bordering the Atlantic Ocean (on the south and west), Cameroon (on the south), Chad (on the east), Benin (on the west) and Niger (on the north)/923,770 square kilometers (356,700 square miles), slightly more than twice the size of California
Major Cities: Abuja (capital), Lagos, Ibadan, Kano, Kaduna, Port Harcourt
Languages: English (official), Hausa, Yoruba, Ibo (Igbo), Fulani
Ethnic Groups: Hausa, Fulani, Yoruba, Ibo, and over 250 others
Religion (2000E): Islam (50%), Christianity (40%), traditional beliefs (10%)
Defense (9/02): Army (62,000), Navy (15,000), Air Force (15,000)

ECONOMIC OVERVIEW
Finance Minister: Malam Adamu Ciroma
Currency: Naira
Market Exchange Rate (3/21/03): US$1 = 128.4 Naira
Gross Domestic Product (2001E): $40.9 billion (2002E): $41.1 billion (2003F): $41.9 billion
Real GDP Growth Rate (2001E): 2.9% (2002E): -0.9% (2003F): 3.5%
Inflation Rate (2001E): 18.9% (2002E): 13.4% (2003F): 12.2%
Current Account Balance (2001E): $1.2 billion (2002E): -$3.7 billion (2003F): -$2.5 billion
Major Trading Partners: United States, France, India, United Kingdom, Spain, Germany, Brazil
Merchandise Trade Balance (2001E): $5.6 billion (2002E): $1.6 billion
Merchandise Exports (2001E): $17.9 billion (2002E): $14.9 billion
Merchandise Imports (2001E): $12.3 billion (2002E): $13.3 billion
Major Export Products: Crude oil, natural gas, cocoa, rubber, timber, manufactured goods
Major Import Products: Petroleum products, food, machinery and equipment, manufactured goods
Oil Export Revenues (2002E): $17.2 billion
Oil Export Revenues/Total Export Revenues (2002E): 90%
Total External Debt (2002E): $30.2 billion

ENERGY OVERVIEW
Petroleum Advisor: Rilwanu Lukman
Minister of Power and Steel: Olu Agunloye
Minister of Solid Minerals: Dupe Adelaja
Proven Oil Reserves (1/1/03E): 24.0 billion barrels (Oil & Gas Journal) 31.5 billion barrels (OPEC Statistical Bulletin)
Oil Production (2002E): 2.12 million barrels per day (bbl/d), of which 2.1 million bbl/d is crude oil
OPEC Crude Production Quota (beginning February 1, 2003): 2.018 million bbl/d
Oil Consumption (2002E): 257,000 bbl/d
Net Oil Exports (2002E): 1.9 million bbl/d
Crude Refining Capacity (1/1/03E): 438,750 bbl/d
Major Crude Oil Customers (2001): United States, EU, India
Natural Gas Reserves (1/1/03E): 124 trillion cubic feet (Tcf)
Natural Gas Production (2001E): 0.55 Tcf
Natural Gas Consumption (2001E): 277 billion cubic feet (Bcf)
Recoverable Coal Reserves: 209 million short tons (Mmst)
Coal Production (2001E): 0.07 Mmst
Coal Consumption (2001E): 0.07 Mmst
Electric Generation Capacity (1/1/01E): 5.9 gigawatts
Electricity Generation (2001E): 15.67 billion kilowatthours

ENVIRONMENTAL OVERVIEW
Minister of Environment: Bello Okopido
Total Energy Consumption (2001E): 0.92 quadrillion Btu* (0.2% of world total energy consumption)
Energy-Related Carbon Emissions (2001E): 23.5 million metric tons of carbon (0.4% of world carbon emissions)
Per Capita Energy Consumption (2001E): 7.8 million Btu (vs U.S. value of 341.8 million Btu)
Per Capita Carbon Emissions (2001E): 0.2 metric tons of carbon (vs U.S. value of 5.5 metric tons of carbon)
Energy Intensity (2001E): 8,315 Btu/ $1995 (vs U.S. value of 10,736 Btu/ $1995)**
Carbon Intensity (2001E): 0.21 metric tons of carbon/thousand $1995 (vs U.S. value of 0.17 metric tons/thousand $1995)**
Fuel Share of Energy Consumption (2001E): Oil (61.4%), Natural Gas (31.7%), Coal (0.2%)
Fuel Share of Carbon Emissions (2001E): Natural Gas (53.2%), Oil (46.6%), Coal (0.2%)
Status in Climate Change Negotiations: Non-Annex I country under the United Nations Framework Convention on Climate Change (ratified August 29th, 1994). Not a signatory to the Kyoto Protocol
Major Environmental Issues: Soil degradation; rapid deforestation; desertification; recent droughts in north severely affecting marginal agricultural activities
Major International Environmental Agreements: A party to Conventions on Biodiversity, Climate Change, Desertification, Endangered Species, Hazardous Wastes, Law of the Sea, Marine Dumping, Marine Life Conservation, Nuclear Test Ban, Ozone Layer Protection and Whaling

* The total energy consumption statistic includes petroleum, dry natural gas, coal, net hydro, nuclear, geothermal, solar and wind electric power. The renewable energy consumption statistic is based on International Energy Agency (IEA) data and includes hydropower, solar, wind, tide, geothermal, solid biomass and animal products, biomass gas and liquids, industrial and municipal wastes. Sectoral shares of energy consumption and carbon emissions are also based on IEA data.
**GDP based on EIA International Energy Annual 2001

OIL AND GAS INDUSTRIES
Organizations: The Nigerian National Petroleum Corporation (NNPC) manages the state-owned oil industry. NNPC controls majority interests (between 55%-60%) in all joint ventures with foreign oil companies. The NNPC holds 49% in the Nigeria Liquefied Natural Gas (NLNG) Company.
Major Foreign Oil Company Involvement: British Gas, BP, ChevronTexaco, Conoco, Deminex, ENI/Agip, ExxonMobil, Petrobras, Shell, Statoil, Sun Oil, Tenneco, TotalFinaElf
Major Oil Fields: Cawthorn Channel, Edop, Ekulama, Escravos Beach, Forcados Yorki, Jones Creek, Meren, Nembe, Okan, Oso, Ubit
Refineries (nameplate capacity bbl/d) (1/1/03): Port Harcourt-Rivers State (150,000), Warri (118,750), Kaduna (110,000), Port Harcourt-Alesa Eleme (60,000),
Major Terminals: Bonny Island, Brass River, Escravos, Forcados, Odudu, Pennington, Qua (Kwa) Iboe


LINKS

Chronology
Nigerian Oil Production Joint-Ventures
Oil Blocks
LNG Purchase Agreements
West African Gas Pipeline
Independent Power Projects


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File last modified: April 7, 2003

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Elias.Johnson@eia.doe.gov
Phone: (202)586-7277
Fax: (202)586-9753

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Varsity FeatureWeb posted on Tuesday, July 24, 2001

Life after Shell

A slow rebirth is taking place in Nigeria's oil-rich Ogoni

By Kelly Holloway, Varsity Staff


When I went back there I could see changes. The greens are back, compared to when Shell was there. When Shell was there, there was nothing like night in Ogoni. It was just one big huge glow, orange glow, from the gas flares.
Dr. Owens Wiwa,
Brother of Ken Saro-Wiwa


In 1958, the Shell Oil Company discovered oil in Ogoni, Nigeria. The Ogoni people believe that this discovery triggered the beginning of 35 years of environmental and racial injustice against them and their land. Now, seven years after Shell’s withdrawal from their land, and nine short months into Nigeria’s first civilian government, signs of hope are beginning to appear. But this regeneration cannot come quickly enough to save the many lives that have been lost, and the communities that have been destroyed by decades of devastation.

After 32 years of environmental devastation caused by oil blowouts and gas flaring, the Ogoni people decided to take action. In 1990, they formed a non-violent democratic movement called the Movement for the Survival of the Ogoni People (MOSOP). Ken Saro-Wiwa, famed Nigerian author, became the president of the movement in 1993. In October 1990, MOSOP presented an Ogoni Bill of Rights to the Nigerian government, and their struggle for these rights continues to this day.

Tragic events

The shocking arrest of Ken Saro-Wiwa in 1994 swept MOSOP and the Ogoni struggle into the international spotlight. Saro-Wiwa was arrested and held without charge for ten months along with eight of his Ogoni colleagues. After a November 1995 trial, widely viewed as unjust by the international community, the nine Ogoni leaders were hanged. Officially, the nine leaders had been accused of murdering four Ogoni chiefs. At the time of the chiefs’ death, Saro-Wiwa was many kilometres away, a fact substantiated by many witnesses. MOSOP members believe the chiefs were themselves killed by government or Shell representatives, an accusation that they have thus far been unable to prove.

Dr. Owens Wiwa, Ken Saro-Wiwa’s brother, vividly recalls the tragic events of 1994-95.

“I left Nigeria three days after the execution of my brother,” says Wiwa. “I left because I was wanted by the dictators and by Shell, for protesting against them, and because four of our Chiefs died, and they thought we were responsible for that.”

Since this event, which sparked worldwide outrage and resulted in Nigeria being expelled from the Commonwealth, profound changes have taken place in both Ogoniland and Nigeria.

Signs of hope

Dr. Owens Wiwa has lived in Toronto since 1995. A professor at the University of Toronto’s Clark Institute of Psychiatry, and one of MOSOP’s Canadian representatives, Wiwa recently returned to his homeland. He was moved by the changes that are now visible. The environment has been somewhat restored. Shell has not been operating in Ogoni since 1993.

“When I went back there I could see changes,” says Wiwa. “The greens are back, compared to when they were there. When Shell was there, there was nothing like night in Ogoni. It was just one big huge glow, orange glow, from the gas flares.”

But this time he was able to attend a fireworks celebration.

“When Shell was there you couldn’t do any fireworks because everywhere was fire,” Wiwa laughingly explains.

Beyond the growth of new vegetation, the growth of a new Nigerian democracy is a profoundly hopeful sign. Nigeria’s first democratic elections in February 1999 have been followed by strong anti-corruption action taken by Nigeria’s new president Olusegun Obasanjo. Among Obasanjo’s widely-praised moves was his firm stand against the oil transnationals — the same companies responsible for polluting the Ogoni homeland. In October 1999, Obasanjo issued an ultimatum, giving the oil companies six weeks to produce an environmental clean-up plan for the devastated Niger Delta, and to adopt poverty alleviation and environmental management policies. Obasanjo also placed the blame for Ken Saro-Wiwa’s death firmly on the shoulders of the oil companies. In addition, Nigeria has set up a South African-style truth and reconciliation commission. Among the 11,000 submissions the Human Rights Violation Panel has received are many demanding investigation into the death of Saro-Wiwa.

Despite these signs of hope, it will take more than a commission of inquiry to transform the grim memories of Owens Wiwa. Wiwa recalls his childhood, growing up in Shell’s Ogoniland.

“There was no electricity, but there was no darkness. You could grow up in Ogoni without knowing what darkness is, and yet without electricity. We just lived under this big orange glow from the gas flared of Shell which goes on every day and they’d been going on every day for thirty-five years, for every minute,” Wiwa says. “The pollution caused contaminated drinking water and sickness from gas flares and oil spills. Most of the rivers were so polluted that it was difficult to get water to drink. Hey, if you don’t have water to drink, what are people going to do? Those were the things that drove everybody. They said no way, we can’t take this.”

Survival

Ken Saro-Wiwa recognized the social disruption in Ogoni, and came to them with an idea for the Movement for the Survival of the Ogoni People. They formed the Ogoni Bill of Rights which demanded:

(a) the right to self-determination as a distinct people in the Nigerian Federation;

(b) adequate representation as a right in all Nigerian institutions;

(c) the right to use a fair proportion of the economic resources of their land for their development;

(d) the right to control their environment.

The spirit of the Ogoni people was high at the outset of their movement.

“We thought that we would be invited to have dialogue with the military dictators and also with Shell,” says Wiwa.

“Obviously it appears as if they like to talk with a gun, and with prisons and with hangings, and sending people to exile, and with raping of women and with imprisoning of children, and not to talk with us,” he explains grimly. “We did not know the extent to which Shell would go to oppress those who questioned their corporate responsibilities.”

The Ogoni held a protest in 1993, which drew 300,000 Ogoni men, women, and children to the streets on January 4th. That day has been celebrated as Ogoni Day ever since. Wiwa says they believed they had to get a good deal, for they were acting peacefully and democratically for their rights and freedoms as people.

“It was a very expectant Ogoni in 1993,” he says.

Inspiring leadership

The visionary and charismatic leadership of Ken Saro-Wiwa had fostered much of that expectation. Owens Wiwa describes his brother with the greatest affection.

“He was funny. He laughed a lot. He was very open to everybody and listened carefully to people’s ideas and then used their good ideas — incorporated them into the framework of the Ogoni Bill of Rights — and then moved on. He had this concept of justice and looking more to the needs of those who are traditionally oppressed in our society — that is, the women and children.”

Ken Saro-Wiwa was educated at Government College, Umuahia, and then at the University of Ibadan in 1962. After the Biafran War in Nigeria, he helped re-habilitate Ogoni by becoming a Commissioner in the Rivers State Government. He was a scholar, a writer, and a poet who became deeply interested in the injustices the Ogoni people were facing on account of Shell, and his abilities as a writer and communicator worked to aid MOSOP in their struggles.

Owens Wiwa describes his brother’s fatal trial with contempt.

“It was a military dictatorship,” he says. “There was a military appointed tribunal. They were inside with their guns and then you have army men amongst them.”

Wiwa sees a clear link between oil company profits and Ogoni oppression.

“We were challenging their profit,” he states, “so greed was their incentive to kill.”

Shelling out

Margaret Sparks, public representative for Shell Canada, is quick to explain that Shell Canada is not the same as Shell Nigeria. She does admit that Shell Canada has links with Shell Nigeria, however.

Shell Nigeria’s web site goes right to the point.

“There have been claims that SPDC [Shell Nigeria]’s operations have devastated the environment. Indeed, there are undeniable environmental problems in the Niger Delta, and it’s equally true that the oil industry has contributed to these.”

However, Shell Nigeria does not believe the problems in Ogoni are as serious as has been claimed.

“These problems do not add up to ‘environmental devastation.’”

Words like these infuriate Owens Wiwa, who sees them as evidence that Shell has spent much more on public relations than it has spent in rebuilding his oil-covered homeland.

“Their new policy is that they are spending more money on cleaning their language than cleaning the environment,” states Wiwa. “In public statements they’ve talked about using environmental practices, but I saw the reality when I was in Ogoni three weeks ago. I don’t see them pay compensation for the damages. What you see on their web-site is beautifully written. When I go to Ogoni, I don’t see it.”

Sparks strongly disagrees with Wiwa’s suggestion that Shell is not contributing to local economies.

“I would say that’s not true,” she declares. “The company itself tries to put an amount back into the community so that local people benefit from the business there.”

The Shell Nigeria web site explains their contribution in more detail.

“Oil revenues provide about 90% of Nigeria’s foreign exchange and some 80% of the Federal Government’s total revenue, part of which is for the development of the oil producing areas by providing infrastructure such as roads, electricity, water, schools and other basic amenities,” the website explains.

Sparks also points out that after MOSOP’s fierce efforts, and the public outcry over Saro-Wiwa’s arrest, Shell eventually left Ogoniland.

“Shell did withdraw from Ogoni land with a promise not to return without invitation from the Ogoni people, and they have not returned since,” she says.

While Dr. Wiwa is pleased that Shell is no longer operating in Ogoniland, he points out they did not leave empty-handed. Approximately 900 million barrels of oil worth some 30 billion US dollars has been taken from Ogoni land. The Ogoni have seen virtually none of this profit, living in poverty for decades. According to MOSOP, some of this money went towards the dictatorship’s military occupation of Ogoni, a charge that Nigeria’s new democratic government accepts. Owens Wiwa clarifies his contention that Shell was in alliance with the military dictatorship of Nigeria, and charges that people hired by Shell were involved in violently repressing MOSOP’s struggle.

Sparks defends Shell’s record in Nigeria, and denies there was any behind-the-scenes collusion with the military dictatorship.

“Any oil company can only operate in partnership with the government,” she says. “It’s a joint venture. That’s a legal requirement. There was a joint venture — that doesn’t of itself imply that Shell or any other companies operating in Nigeria would condone the actions of the government.”

For those who wish to know more about MOSOP, visit http://www.mosopcanada.org/text/shell.html.

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Rohstoff-1x1
Öl dürfte teuer bleiben

 

28. März 2003 Politische Einflüsse bestimmen in diesen Tagen klar die Antwort auf die Frage, wie teuer den Menschen der Rohstoff Öl ist. Auf Grund von Lieferengpässen in Nigeria und aus der Sorge heraus, der Irakkrieg könnte monatelang dauern, haben die Preise am Freitag abermals angezogen.

 

Rohöl zur Auslieferung im Mai verteuerte sich an der Warenterminbörse in New York um acht Cents auf 30,45 Dollar je Barrel (159 Liter), nachdem der Preis am Vortag schon um 6,1 Prozent geklettert war. In London zog der Mai-Kontrakt für die Nordsee-Sorte Brent innerhalb von fünf Tagen um 14 Prozent auf 26,75 Dollar an. Dies war der schärfste Anstieg innerhalb einer Woche seit zweieinhalb Jahren, wie die Agentur Bloomberg berichtet.

 

Opec sieht wieder fallende Preise

Wie sehr der Ölpreis von Stimmungen abhängt, zeigt folgendes: In der vergangenen Woche war der Preis für ein Barrel Brent noch um 22 Prozent in den Keller gerutscht. Grund war die Spekulation, die Invasion der „Koalition der Willigen“ unter der Führung der Vereinigten Staaten dürfte weder die Ölfelder im Irak noch die Lieferungen aus dem Nahen Osten insgesamt stärker beeinträchtigen.

Nun scheinen sich die Märkte aber wieder auf  die Möglichkeit fallender Preise einzustellen. Der Generalsekretär der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec), Alvaro Silva, meinte am Freitag, die Märkte seien angemessen versorgt, und der saisonal bedingte Rückgang der Nachfrage in Amerika und Europa werde etwas Preisdruck nehmen.

Zudem wird vermutet, Nigeria werde in der nächsten Woche seine volle Ölproduktion wieder aufnehmen. Der Ölkonzern Shell verlautbarte jedoch, er dürfte Verträge zur Lieferung von Öl im Mai nicht einlösen können. Shell, Europas größter Ölkonzern, und Mitbewerber hatten zuletzt ihre Ölfelder auf Grund politischer Schwierigkeiten geschlossen - damit fiel ein Drittel der Ölproduktion des Landes aus.

 

Nigeria und Irak als Lieferanten von nachrangiger Bedeutung

Nigeria liegt im Mittelfeld der wichtigsten Öllieferanten der Welt. Im Jahr 2000 wurden dort laut Fischer Weltalmanach 2003 rund 101,200 Millionen Tonnen Öl gefördert. Der Irak brachte im selben Jahr 133,300 Tonnen hervor und lag damit trotz aller Restriktionen noch auf Rang sieben der größten Ölproduzenten, während Nigeria Platz 14 einnahm.

Zum Vergleich: Spitzenreiter Saudi-Arabien förderte 439,800 Millionen Tonnen, Amerika 351,800 Millionen Tonnen und Russland als Dritter der Rangliste 323,000 Millionen Tonnen. Mit einigem Abstand folgten der Iran mit 193,300 Millionen Tonnen und Mexiko mit 173,300 Millionen Tonnen. Beide Krisenländer - Irak und Nigeria - sind folglich für den Markt von eher nachrangiger Bedeutung. Aus Deutschlands Ölquellen wurde übrigens 3,120 Millionen Tonnen geholt.

Das Land mit den weiter größten Rohölvorkommen ist Saudi-Arabien. Dessen Vorräte werden auf rund 35 Milliarden Tonnen geschätzt - da sind etwa ein Viertel aller Reserven auf der Welt.

 

Vor allem Industrie, Autos und Flugzeuge brauchen Ölprodukte

Ob die Anlässe der Aufregung richtig gewichtet werden, ist eine Frage. Ohne Zweifel ist aber die Sorge um Lieferengpässe berechtigt. Denn das sogenannte schwarze Gold ist für die Weltwirtschaft mindestens genauso wichtig wie das gelbe Edelmetall.  Erdöl ist die wichtigste Energiequelle auf der Welt. Zuletzt wurde etwa ein Drittel des kommerziellen Energieverbrauchs durch Ölprodukte gedeckt - 1974 hatte der Anteil noch bei 48 Prozent gelegen.

Nach der Ölkrise wurde deshalb verstärkt nach anderen Quellen gesucht, aus denen Treibstoffe, Strom und Wärme hergestellt werden kann. Vor allem für den Auto- und Flugverkehr ist aber mit keiner ins Gewicht fallenden Alternative zu rechnen. Zudem ist die Industrie auf Öl nach wie vor angewiesen.

Dabei sind die Rohölpreise recht starken Schwankungen unterworfen. Dies hat sich nicht nur im Zuge der aktuellen Irakkrise gezeigt. So waren sie schon 1999 stark angestiegen, weil einer gestiegenen Nachfrage eine geringere Produktion durch die Opec-Staaten gegenüber stand. Im Herbst 2000 lag der Preis sogar höher als heute: Seinerzeit wurden mehr als 30 Dollar je Barrel bezahlt, im Jahr darauf ließen Nachfrage und Preisdruck nach - daraufhin war ein Barrell für gut 24 Dollar zu haben.

 

Steigende Nachfrage aus China erwartet

Mit Preisen in etwa in dieser Höhe rechnen Analysten mittel- und längerfristig. Denn nach dem Ende des Irakkriegs dürften die Preise zwar fallen, weil die Kanonen schweigen werden. Doch danach werden wieder verstärkt wirtschaftliche Gesichtspunkte ins Blickfeld geraten.

Ein wesentlicher Faktor dabei: Die Volksrepublik China dürfte als Wachstumsmarkt mit enormem Nachholbedarf im Vergleich zur westlichen Welt eine steigende Nachfrage anmelden. Zuletzt lag sie mit einem Verbrauch von 223,5 Millionen Tonnen auf Platz drei der Liste der größten Ölabnehmer hinter Amerika (894,9 Millionen Tonnen) und Japan (249 Millionen Tonnen) und vor Deutschland (131,3 Millionen Tonnen).

 

Russische Ölkonzerne dürften bedeutender werden

Amerika ist nicht nur der Top-Verbraucher und der zweitwichtigste Produzent von Öl - in den Vereinigten Staaten haben mit Exxon Mobil und Chevron auch zwei der drei größten Ölkonzerne der Welt ihren Sitz; Exxon förderte 2001 rund 5,6 Millionen Barrel am Tag, Chevron 2,9 Millionen. Royal Dutch/Shell (4,2 Millionen Barrel) nimmt Platz zwei ein.  

An Bedeutung gewinnen dürften nach Einschätzung von Beobachtern russische Ölkonzerne wie Slavneft, Sibneft, Yukos, Lukoil oder Surgutnegftegas. Analyst Alexander Dimitrov von Capital Invest sieht nicht nur lohnende Betätigungsfelder für Investoren, sondern geht auch davon aus, dass Russland seine Ölförderung ausbauen und verstärkt Öl nach Asien liefern wird - vor allem nach China.

Text: @thwi
Bildmaterial: dpa
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2.Juni 1999 Jungle World

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Macht und Öl in Nigeria

Der große Verteiler
Von Marc Sarell

Der Mann ist ein Träumer. Zwar ist sein Traum, die Mitgliedschaft Nigerias in einer künftigen G 10 noch vor dem Ende des Jahrtausends, schon einige Jahre alt. Doch hat Olusegun Obasanjo bis heute nicht davon abgelassen. Auch nicht, als er am vergangenen Wochenende offiziell zum Präsidenten des bevölkerungsreichsten Staates in Afrika ernannt wurde.

Mit dem Träumer Obasanjo, der sich selbst als Visionär bezeichnet, sollen aber auch die Träume und Visionen seiner Vorgänger aus dem Generalstab in Erfüllung gehen. Die sind ganz banal: Nach der politischen Macht, der leider der ökonomische Abstieg Nigerias folgte, soll nun die ökonomische Macht folgen, allerdings ohne den entsprechenden politischen Niedergang. 

Zu diesem Zweck hat man mit Obasanjo einen Präsidenten nach Wunsch installiert. Er war schon einmal Präsident des Landes und kennt noch die Verteilungsschlüssel zwischen den verschiedenen Regionen; er hat lange Zeit die Armee befehligt und kennt daher die Verteilungsschlüssel zwischen dem Staat einerseits und den verschiedenen Streitkräften andererseits; er wurde im Ausland militärisch und diplomatisch ausgebildet und kennt auch die Quoten für die Verteilung der Erträge aus den Ölquellen. Wieviel bekam noch gleich Shell, wieviel wollte Texaco, muß man BP auch noch was geben, wie wird der Rest in Nigeria selbst aufgeteilt? Ein guter Träumer muß wohl auch ein guter Buchhalter sein. 

Solche Kenntnisse verdienen Unterstützung. Die Finanzierung seines Wahlkampfs teilte sich denn auch die nun abgetretene Machtclique mit ihren Vorgängern. Obasanjo bedankte sich brav und präsentierte sich als gesamtnigerianischer Nationalist wider alle Partikularinteressen aus den einzelnen Regionen. Und somit als der ideale Verteiler, den seine Vorgänger und wohl auch einige westliche Energiekonzerne in ihm sehen wollten.

Zum Dank für den Neuen fand Texaco plötzlich zwei neue Ölquellen vor der Westküste - in den vergangenen Jahren hieß es immer, alle Ölquellen im Atlantik seien wahlweise erschlossen oder nicht zugänglich. Auch Shell will da nicht abseits stehen. Dort stand die Firma in Nigeria zwar noch nie, doch soll es nun erst so richtig losgehen. Für die nächsten Jahre wurden umgerechnet 15 Milliarden Mark an Investitionen angekündigt.

Das Geld wird Obasanjo brauchen können: Die Auslandsverschuldung Nigerias ist auf mehr als 50 Milliarden Mark angewachsen. Und bei den Devisenreserven fehlen nach dem Abgang der Riege um den ehemaligen Staatschef Abdusalam Abubakar umgerechnet mehr als sieben Milliarden Mark, die im vergangenen Jahr noch stolz verbucht werden konnten. Als Erklärung dafür führt Abubakar Sonderausgaben an: Infrastrukturmaßnahmen, gestiegene Kosten für die Armee, die Austragung der Fußball-Weltmeisterschaft für Junioren und eben die Wahl in diesem Jahr. Die sei richtig teuer gewesen. So kann man es auch sehen.

Hinzu kommt, daß die Militärs nicht abgetreten sind, ohne für sich, Freunde, Verwandte, Bekannte und andere Günstlinge mehr als die Hälfte aller Ölkonzessionen in Nigeria zu sichern. Auch Optionen auf Staatsbetriebe, die in den nächsten Jahren privatisiert werden sollen, wurden schon abgemacht. Und wo keine sicheren Vorabsprachen zu erreichen waren, gab's Geschenke für den Neuen. Obasanjo und seine Frau Stella seien in den vergangenen Wochen "mit Präsenten nur so überschüttet worden", klagte jüngst ein Mitarbeiter Obasanjos der nigerianischen Presse sein Leid.

Dem neuen Präsidenten müssen die Geschenke ebenfalls zu viel gewesen sein: In einer seiner Antrittsreden kündigte Obasanjo an, gegen die "eklatanten Unterschlagungen von Nigerias Ressourcen durch unserer Führer" vorgehen zu wollen. Aber alles habe seine Grenzen und man könne nicht "gutes Geld verwenden, um hinter schlechtem Geld herzujagen", soll heißen: Weg ist weg und hin ist hin, und jetzt wird ohnehin alles anders.

Wie gesagt, der Mann ist ein Träumer. Wohl deswegen hat er auch Transparency International, eine internationale Vereinigung gegen Korruption mit Sitz in Berlin, mitbegründet.

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MSZ 1982 Ausgabe 5
Stichwörter: afrika » Schwarzafrika » Nigeria

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Nigeria

KAKAO, ÖL UND SCHULDEN

Als Prototyp des "neureichen" "Entwicklungslandes mit Rohstoffquellen" mag Nigeria gelten, an dessen "Entwicklungspolitik" deutlich wird, warum eingenommenes Geld auch bei reichlichem Vorhandensein in einem Entwicklungsland nicht zu Kapital wird, keine reale Akkumulation in Gang setzt, als Kapital vielmehr noch in nigerianischen Händen nur für die Staaten fungiert, aus denen es herkommt, deren Kreditgeld es ist. Genau dies ist auch die sichere Grundlage, auf der der Imperialismus seinen gegenwärtigen Umgang mit den südlichen Regionen pflegt.

Nigeria war Kakaolieferant des Westens. Die reichlich erfahrene Abhängigkeit der Exporterlöse, d.h. der Mittel der dortigen Herrschaft, von den "unwägbaren" Konjunkturbedürfnissen westlicher Abnehmerländer lassen den Wunsch nach einer eigenen und sicheren Staatseinnahmenquelle in Gestalt einer "nationalen Industrie" entstehen. Mit Kakao war aber überhaupt nichts drin. Der Übergang zum Ölland schien jedoch das Ideal von der nationalen Entwicklung realisierbar werden zu lassen. Seit den 20er Jahren waren nigerianische Ölvorkommen bekannt, aber noch 1958 nur mit lächerlichen 260.000 to/Jahr ausgenützt. über "natürliche Reichtümer" zu verfügen, ist eben das eine; sie in klingende Münze umwandeln zu können, dafür braucht es in Ermangelung einer eigenen Reichtumsproduktion, die Rohstoffe verwertet und die stofflichen Mittel zu ihrer Förderung zur Verfügung stellt, schon westliche Interessenten, die derartige "Schätze" zu Gegenständen ihres Geschäfts erklären. Aber das ist dann eben ihres. Um 1970 wurde Nigeria von den Ölmultis im Rahmen ihrer weltweiten Erschließung rentabel ausbeutbarer Vorkommen entdeckt und zum - im Vergleich etwa zu Saudi Arabien allerdings zweitrangigen und zusätzlich liefernden - Ölexporteur gemacht. Der Kakaolieferant wurde mit einer neuen Einkommensquelle bedacht. Auch wenn die sprudelnden Öl-Dollars erstmal in Hafenanlagen, Pipelines usw. "investiert" werden mußten - nicht als nötige, dann aber lohnende Unkosten für eigene Geschäfte, sondern um den Abtransport des Öls sicherzustellen, also dem auswärtigen Interesse an den eigenen "Reichtümern" erstmal prinzipiell Genüge zu leisten - das Geld, dessen Fehlen einziges Hindernis auf dem Weg zum "Industrieland" zu sein schien - war nunmehr da.

Ein Binnenmarkt ohne Akkumulation

Weil sich ihr Programm einer "Industrialisierung" naturgemäß an einem Vergleich mit "Industrieländern" und der Feststellung dessen nährt, was einem gemessen an diesen zur Initiierung eines "selbsttragenden Wachstums" fehle, hielten nigerianische Politiker die stoffliche Grundlage einer großen Industrie für unverzichtbar und versprachen sich davon zugleich den Anstoß für nationale Akkumulation: Aufbau einer Stahlindustrie. Die gesamten Produktionsanlagen und dazu noch - in Ermangelung eigener für das Oxygen-Verfahren geeigneter Vorkommen - das gesamte Roherz mußten importiert werden.

Während dies in kapitalistischen Ländern nicht das geringste Problem darstellt, weil und solange sich die importierten Rohstoffe oder Anlagen als Mittel eines Geschäfts erweisen, die getätigten Vorschüsse also vermehrt zurückfließen, sind es in Nigeria die unproduktiven Bedürfnisse der Herrschaft (von Hafenanlagen über Hauptstadt im Busch zu neuen Verwaltungsgebäuden usw.), die der heimischen Stahlindustrie ihren "Absatz" sichern. Als einziger Nachfrager steht der Staat mit seinem Haushalt für den Erfolg einer Industrie gerade, auf den er als seine Einkommensquelle setzen wollte. Dies ist eben das ganze Geheimnis des "zukunftträchtigen" nigerianischen Binnenmarktes, der dem Ideal einer späteren Produktivität der ganzen "industriellen Entwicklung" als Berufungsinstanz erscheint: Jeder Öldollar geht - sofern er nicht direkt in die Hände ausländischer Importeure übergeht - durch zahlreiche schwarze: von den Agenten der Herrschaft und ihren Lakaien bis hin zum letzten Schuhputzer, der aus dem Busch kam, weil für ihn angesichts einer völlig ruinierten Subsistenzwirtschaft die Hoffnung auf einen Brosamen vom Tisch der Herrschaft die einzige Überlebensalternative ist und für 8 Mill. Slumbewohner auch nichts als so eine Chance bleibt. Einkauf von Coca Cola, Lebensmittel, Autos, Maschinen usw. Dieser auf dem "Ölreichtum" der Herrschaft beruhende Markt unterscheidet sich nur in einem, aber dummerweise gerade darin von einem kapitalistischen: Zwar jagen sich manche Geschäftemacher gegenseitig ordentliche Handelsspannen ab, aber es ist keine einheimische Produktion, die in dieser Zirkulation ihren Mehrwert realisiert. Das machen die ausländischen Importeure. Daß an der bürgerlichen Theorie, der Gewinn entstamme der Zirkulation, dem bloß verteuerten Weiterverkauf der Waren, irgendetwas nicht stimmen kann (dann wäre Nigeria wirklich alle Probleme los!), merkt der dortige Staat schlicht an seinem Haushalt: Die Einnahmen aus dem Ölgeschäft wollen in den Import aller Gegenstände jener staatlich inszenierten und finanzierten Nachfrage "investiert" werden, ohne daß eine inländische Akkumulation diese Mittel in die Staatskasse überhaupt, geschweige denn, vermehrt zurückfließen ließe. Das nationale "Entwicklungsprogramm", sich auf Basis der Öl-Dollars, also des Angewiesenseins auf das westliche Interesse am eigenen Rohstoff, zur Sicherung der Herrschaftsmittel von eben jenem Interesse zu emanzipieren, eröffnet dem nigerianischen Staat eben zweierlei: weltweite Kreditwürdigkeit und die Notwendigkeit, sie zu nützen, sich zu verschulden, da sich der Finanzbedarf (was kostet eine Fabrik?) ganz anders ergibt als die ans Öl gebundenen Finanzierungsmöglichkeiten, - eben daraus, was der Weltmarkt als Größe des nötigen Vorschusses definiert hat.

Angebote ans Ausland

An Schwankungen des Ölpreises, an der Abnahme der Fördermengen oder eben einfach daran, daß aus seiner Handelsbilanz nichts Rechtes wird, bekommt der nigerianische Staat den Widerspruch zu spüren, den ihm seine Stellung zum Weltmarkt, in den er einbezogen ist, den er aber nicht zu seinem Mittel machen kann, da er nicht über kapitalistisch produzierte, konkurrenzfähige Waren, sondern nur über Öl verfügt, aufnötigt: Zur Devisenerzielung und -sicherung - das Kreditgeld, über das er verfügt, der Naira, blamiert sich vor der ganzen Welt, weil keine Akkumulation dahinter steht - müssen alle Öl-Dollars fest an ausländische Importeure versprochen werden, da eben kein einziges Bauvorhaben etc. durch eine inländische Firma abzuwickeln geht, und muß das Land selbst auf dieser Grundlage zugleich zur uneingeschränkten Anlagesphäre für das Kapital erklärt werden.

An ausländisches Kapital ergeht das Angebot, nicht nur zu importieren, sondern im Lande selbst Produktionsstätten zu errichten. Hinweise auf die Billigkeit des nigerianischen Ausbeutungsmaterials interessieren westliche Anleger aber nur sehr bedingt:

"...Löhne und Gehälter wesentlich niedriger als in europäischen Ländern. Bei der Berechnung der Arbeitskosten ist jedoch die bedeutend geringere Produktivität des nigerianischen Arbeiters zu berücksichtigen." (IFO 27/80)

- aber die läßt sich dort, wo Absatzchancen und Gewinnsteigerung durch marktnahe Produktion als Argument zählen, noch allemal verbessern. Westliches Kapital ins Land zu holen, - dies wird von Nigeria wenn überhaupt, dann durch massive Abstriche an dem dabei verfolgten Zweck erreicht: durch Verzicht auf interessantere Formen der Gewinnbeteiligung:

"Förderungsmaßnahmen für ausländische Kapitalanleger:

Steuerbefreiung für Pionier-Industrien

beschleunigte Abschreibungen

Zollerleichterungen für den Import von Ausrüstungsgütern

Befreiung von der Körperschaftssteuer auf drei bis fünf Jahre."

usw.

Alles Zugeständnisse, die westlichen Industrieführern nie reichen:

"Amerongen stellte (gegenüber Präsident Shagari in Bonn) klar, daß sich die deutsche Industrie der Attraktivität des nigerianischen Marktes durchaus bewußt sei. Er würdigte das prinzipiell gute Investitionsklima, verwies aber auch auf die Schwierigkeiten, die bei der Abwicklung der Geschäfte auftreten: Zahlungsverzögerungen und Transferhemmnisse."

Shagari versprach Besserung. Das alte Devisenproblem -

"1979 wurde wieder ein großer Teil des Handelsbilanzüberschusses von einem kräftigen Dienstleistungsbilanzdefizit neutralisiert." (NFA 3/81 ) -,

das aus dem Rücktransfer der ausländischen Kapitalgewinne resultierte, wurde zwar kompensiert

"Anstieg der Kapitalimporte..."

aber nicht gelöst, weil vermehrte Investitionen in die "Zukunft Nigerias" nur wieder verstärkten Rücktransfer der Gewinne bedeuten.

Das - wie westliche Interessenten noch vor kurzem befanden - "äußerst rege Wirtschaftsleben" Nigerias ist das schiere Gegenteil einer Annäherung an das "Vorbild der westlichen Industrienationen": Völlig undenkbar etwa in der BRD, daß der Einstieg in die entsprechende Produktion allein deswegen für attraktiv und staatlicherseits für förderungswürdig befunden wird, weil viele Nylonhemden importiert werden. Das entscheidet sich ganz nach Maßgabe des Profits, und für ihn werden die entsprechenden Betriebe oder ganze Branchen hier still- und ins Ausland verlegt.

Der vom Standpunkt einer Importsubstitution her in Angriff genommene nigerianische "Industrieaufbau" erfolgt hingegen ganz nach diesem doppelten Kriterium; einerseits danach, welche Waren in besonderem Maße importiert, also zur Belastung der Devisenbilanz werden, und andererseits danach, ob eine inländische Produktion von diesem Zeug überhaupt möglich ist, - nicht, weil man nicht wüßte, wie es geht, sondern wegen des Widerspruchs, daß der Aufbau dieser Produktionen, der den Staatshaushalt entlastein soll, an diesem - als "Investor" und Nachfrager - seine Schranken hat. Die im Vergleich zu den westlichen Importeuren zugestandenermaßen unproduktiv arbeitenden Betriebe brauchen einen Schutz besonderer Art:

"Teilweise zurückgenommen wurde die 1980 erlassene Zollerhöhung bei Kunstharz von 10% auf 20%. Da die einheimische Industrie bisher lediglich in der Lage ist, flüssiges Kunstharz zu erzeugen, nicht aber Pulver und Granulat, wie es die weiterverarbeitende Kunststoffindustrie benötigt, wurde der Zollsatz gespalten. Bei flüssigem Kunstharz bleibt er auf 20%, bei Granulat und Pulver soll er auf 10% reduziert werden." (NfA 2/81)

Anders als in kapitalistischen Nationen, wo die gleichnamigen Maßnahmen einerseits dazu dienen, die Resultate eines internationalen Vergleichs der Produktivitäten entsprechend der staatlichen Vorliebe für bestimmte Branchen zu modifizieren, und deswegen dosiert werden, daß sie als Angebot, sich produktiv zu machen, handhabbar sind, - ganz im Unterschied dazu dienen die nigerianischen Schutzmaßnahmen zur Sicherstellung dessen, daß diese Produktionen stattfinden, also Devisen sparen; darin, und nicht in der Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmarkt, für den diese Betriebe gar nicht produzieren, liegt deren Rentabilität für den nigerianischen Staat.

Die Lebensmittellage beurteilen westliche Beobachter wie folgt:

"Nigeria, das früher Nahrungsmittel, z.B. Erdnußöl exportierte, wurde zum Nahrungsmittelimporteur."

So sehr der Öldollarzufluß gleichbedeutend war mit dem staatlichen Desinteresse an, d.h. der relativen Vernachlässigung von bisherigen Einnahmequellen (Versteppung von Plantagen), so wenig stimmt der obige Vergleich, weil heute keineswegs Erdnußöl eingeführt wird, - für wen auch. Exportiert wurde noch nie der Überschuß einer irgendeine inländische Nachfrage befriedigenden Landwirtschaft, sondern Produkte, die - völlig getrennt von den Subsistenzbedürfnissen und -mitteln der Massen - nur für den Export angebaut worden waren. Umgekehrt: Importiert wurden und werden Nahrungsmittel, die und insofern sie von den Agenten, Lakaien der Herrschaft samt den ausländischen Wirtschaftsattaches bezahlt, aber nicht inländisch produziert werden können. Bier, Reis, Fleisch etc. gelangen überhaupt nicht in die Dörfer, und in den Städten sind sie Gegenstand enormer Geschäfte, werden immer teurer. Was den nigerianischen Staat daran stört, ist nicht die zunehmende Not der Slum- und Dorfbewohner, sondern der durch ihren Import verursachte Devisenabfluß. Deswegen ist die "Grüne Revolution", die als "Wiederherstellung der Subsistenzwirtschaft", so daß man endlich von ihr leben kann, verkauft wird, ganz im Gegenteil eine Kompensation der Nahrungsmittelimporte durch entsprechende Exportsteigerungen:

"Wiederaufbau von ca. 80.000 ha Kakaoplantagen"

- das freut den Neger, wenn er Kakaobohnen kaut, oder wie westliche Beobachter vermelden:

"Interesse (an der Grünen Revolution) zeigen lediglich einige Bereiche der Agroindustrie. An den Kleinbauern geht sie vorbei."

Da wollte sie auch gar nicht hin!

Das Ausland nutzt die Angebote

Da die Maßnahmen zur Importsubstitution zum schieren Gegenteil des damit verfolgten Zwecks einer Deviseneinsparung führen, der Aufbau und die Aufrechterhaltung der inländischen Produktionen steigende Importausgaben nötig machen, die sich ihrerseits nicht - wie in westlichen Ländern - durch die Erstellung von auf dem Weltmarkt konkurrenzfähigen Waren bezahlt machen, sondern den Haushalt schädigen, mit dem die Produkte zu unproduktiven Zwecken nachgefragt werden, finden sie dann ihr Ende, wenn die Kreditwürdigkeit des Landes von außen für beendet erklärt werden wird -, nach Kriterien die mit seiner "Entwicklung" nichts, mit dem durch die imperialistischen Staaten auf gemachten Verhältnis zwischen ihrem eigenen Nationalkredit und Nigerias schwinden den Öleinnahmen alles zu tun haben.

So entdeckt Nigeria inzwischen seine "Reichtums-", d.h. Devisenquellen in "drastiscken Einfuhrrestriktionen", zunächst auf dem Sektor der Nahrungsmittelimporte, die von der Regierung als "Luxusgüter" erklärt werden.

Der gewaltig ansteigende Schmuggel mit diesen und anderen Gütern treibt die Preise hoch ("Lagos ist die teuerste Hauptstadt" - in der die meisten Leute mit dem wenigen Geld leben!) und macht zu seiner Bekämpfung - sofern der Staat nicht selbst daran partizipiert - weitere Ausgaben nötig. Zunehmend Restriktionen bezüglich der Einfuhr von Produktionsmitteln, was bewirkt, daß

"in vielen Unternehmen die Produktion zurückgeschraubt werden muß, weil Vorprodukte und Ersatzteile nicht ins Land kommen." (NfA 2/81)

Die Aufkündigung staatlicher Projekte (Baustopp für die Hauptstadt im Busch etc.) bedeutet nicht nur Abstriche an den Bedürfnissen der Herrschaft (wobei fast nur noch der Militärbereich, - aber der mit Hilfe des Westens auf jeden Fall - "geschont" bleibt) sondern ist ganz unmittelbar das Ende von immer mehr, über die staatliche Nachfrage und anders subventionierten Betrieben. Dies ist die konsequente Durchführung eines "Entwicklungsprogramms", das zur Emanzipation von den Diktaten des Weltmarkts auf ihn angewiesen bleibt, ohne ihn in Ermangelung konkurrenzfähiger, kapitalistisch produzierter Waren als Mittel zur Reichtumsschaffung benützen zu können; konsequent auch, daß Nigeria auf das westliche Interesse an konjunkturgerecht gelieferten Rohstoffen, auf Öl, das die immer bleibende Basis seiner Kreditwürdigkeit war und ist, zurückgeworfen wird:

"Die geschilderte Entwicklung wird in den 80e Jahren zu Zahlungsbilanzschwierigkeiten führen, denen Nigeria jedoch dank seiner geringen Auslandsverschuldung und seiner internationalen Kreditwürdigkeit mit einer höheren Verschuldung im Ausland begegnen kann." (IFO 27/80)

Bei derartigen "Prognosen " handelt es sich aber eher um das "Angebot", auch noch den letzten Öltropfen in den Dienst der westlichen Bankinteressen zu stellen, als um die Benennung einer Quelle, die Nigeria immerhin sichere Einnahmen garantieren würde, - inzwischen ganz praktisch erwiesen: In der Natur dieser Quelle liegt es nämlich begraben, daß ein Staat wie Nigeria, der trotz oder gerade auch durch sein "Industrialisierungsprogramm" von den Öldollars, also von den Geschäftsinteressen der Ölmultis abhängig geblieben ist, deren Beschluß,

"Nigeria durch einen Einfuhrstop zur Senkung des derzeitigen OPEC-Preises von 340ro Barrel zu zwingen",

nichts entgegenzusetzen hat, als diesem Verlangen - im Interesse seiner Einnahmen und unter dem zusätzlichen Druck seiner Verschuldung rechtzugeben:

"Nigeria hat... den Beschlüssen zur Verteidigung des Preises folgend, seine Produktion um die Hälfte gesenkt. Allerdings kam es dennoch (!) zu Spekulationen auf eine nigerianische Preissenkung, da das Land gegenwärtig besonders auf seine Öleinkünfte angewiesen ist." (Frankfurter Rundschau, 29.3.82)

Die letztendlichen Resultate dieses "Industrialisierungsprogramms" sind entsprechend verteilt:

Für den Westen die Erinnerung an erquickliche Außenhandelsgeschäfte, billiges Öl und Rückkehr der Öldollars durch langfrïstig "geplanten" Schuldendienst, alles in allem ein "verläßlicher Partner in Schwarzafrika"; für den nigerianischen Staat Fabriken, die unnütz herumstehen und nur noch Zinsen kosten und den Verlust der Freiheit, die Einnahmen nach eigenem Gutdünken, wenn schon auf jeden Fall auf den Weg nach Norden zu schicken: Jeder Dollar ist als Schuldentilgung und Zinszahlung und der gesamte Haushalt dem ökonomischen und politischen Interesse des Westens gemäß festzulegen. Und für diesen Zweck richtet sich die staatliche Gewalt inzwischen konsequent gegen das, was sie als ihre Ökonomie eingerichtet hat:

"Nigeria droht mit Gewalt"

"Die nigerianische Regierung will ab sofort alle Schiffe versenken lassen, die an privaten Anlegestellen entladen wollen. Mit dieser Drohung will Nigeria verhindern, daß die in dieser Woche verhängte Importbeschränkungen unterlaufen werden. Danach ist es ab sofort untersagt, Personen- und Lastwagen einzuführen. Weiter verboten ist die Einfuhr uon Batterien, tiefgefrorenen Hähnchen und Spielautomaten. Für eine Reihe von Gütern wie Mehl und Zement werden nur noch spezielle Einfuhrgenehmigungen erteilt...

Einen ‚ungeheuerlichen Bürokratismus' sehen die Afrika-Exporteure... auf sich zukommen. Noch mehr beunruhigt sind aber die Händler über die Verbindlichkeiten Nigerias über 9,4 Milliarden DM..." (Frankfurter Allgemeine, 24.4.82)

 

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